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Umbau sorgt für Schanigarten-Schwund auf der Äußeren Mahü

Die Äußere Mariahilfer Straße wird verkehrsberuhigt und begrünt, auch auf Kosten von Schanigärten. Manche Lokale haben diese sogar ganz verloren.
Äußere Mariahilfer Straße

In der Äußeren Mariahilfer Straße ist es deutlich ruhiger und freundlicher geworden. Die Straßenbahn hat die Fahrbahn fast für sich allein, Radfahrer ziehen auf einer eigenen Spur vorbei. Menschen flanieren oder sitzen auf Bänken oder in den Gastgärten. Autos sind hier deutlich in der Unterzahl.

Die Einkaufsstraße wird seit 2024 umfassend umgestaltet und in drei Etappen umgebaut und begrünt (siehe Grafik unten). Der erste Abschnitt zwischen Gürtel und Clementinengasse wurde im Juli fertig sowie die Straße zur Einbahn.

Entstanden ist ein Zwei-Richtungs-Radweg, der nach Ende aller Bauetappen 1,3 Kilometer lang und eine durchgehende, baulich getrennte Verbindung schafft. Neu sind auch 18 Bäume, 45 Gräser-Beete, Sitzgelegenheiten und die breiteren Gehsteige.

Grafik Äußere Mariahilfer Straße

Gewichen ist dafür eine Autospur sowie Parkplätze, aber auch Schanigärten wurden verkleinert, wie ÖVP-Bezirksparteichef Felix Ofner kritisiert: „Weniger Sitzplätze bedeutet weniger Gäste und damit natürlich auch weniger Einnahmen. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten brauchen Unternehmer Unterstützung und keine zusätzlichen Hürden.“

Die Umgestaltung dürfe daher nicht zulasten der lokalen Unternehmer gehen. Nun drohe auch in der zweiten Bauetappe eine Reduktion der Sessel und Tische im Freien für die Gastronomie. Darum hat man im Bezirk einen Antrag zum Erhalt eingebracht.

Ein Drittel weniger Sitzplätze

Konkret wird zwischen Clementinengasse und Anschützgasse bis April 2027 umgebaut, der dritte Abschnitt bis zur Schloßallee ist in Planung. Im bereits fertigen Abschnitt berichtet ein Gastronom dem KURIER, rund ein Drittel an Sitzplätzen verloren zu haben: von ehemals 60 sind es nur mehr 40. Den alten Schanigarten musste er komplett abreißen, die neue Fläche ist nun deutlich schmäler.

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Lokalaugenschein auf der Äußeren Mariahilfer Straße: Manche Gastronomen haben für ihre Schanigärten Platz dazugewonnen, andere haben Sitzplätze verloren.

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Lokalaugenschein auf der Äußeren Mariahilfer Straße: Manche Gastronomen haben für ihre Schanigärten Platz dazugewonnen, andere haben Sitzplätze verloren.

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Lokalaugenschein auf der Äußeren Mariahilfer Straße: Manche Gastronomen haben für ihre Schanigärten Platz dazugewonnen, andere haben Sitzplätze verloren.

Weg mussten auch die großen Schirme, die Wind und Wetter abhielten, um Gäste auch bei Schlechtwetter zu bedienen. Mit den gemäß den Vorschriften nun kleineren Schirmen gehe das nicht mehr. Gekostet habe ihn der neue Schanigarten samt Schirmen rund 12 bis 15.000 Euro.

Zu spüren ist laut dem Lokalbetreiber auch der Verlust von Parkplätzen, da manche Gäste nicht mehr kommen würden, wodurch man mit Umsatzeinbußen kämpfe. Der Umbau sei aber nicht nur schlecht, Lärm und Verkehr seien weniger geworden. Und: „Vielleicht braucht es noch mehr Zeit, bis sich die Menschen an die neue Situation gewöhnen“, hofft er.

Wer Platz dazugewonnen hat

Sorge, dass autofahrende Gäste ausbleiben, hatte man auch im „Pita Werk“: „Die Leute beschweren sich zwar, kommen aber trotzdem“, berichtet der Chef. Sein Schanigarten sei etwas größer geworden, wodurch die Tische nicht mehr so gedrängt stehen. Der Umbau habe zwar ewig gedauert, das Ergebnis aber schön. Zufrieden ist man im Café  „Pijat“, wo man nun sogar mehr Sitzplätze (von 18 auf 22) hat.

Die Leute beschweren sich zwar über die fehlende Parkplätze, kommen aber trotzdem.

von Gastronom

Pita Werk

Zuständig für die Bewilligung der Schanigärten ist das Magistratische Bezirksamt im 12. Bezirk. Dort wird auf KURIER-Anfrage erklärt, dass durch die Umgestaltung vorhandene Schanigärten neu bewertet werden mussten.

Eingehalten werden muss ausreichend Platz für den Fußgänger- und Radverkehr, das Überqueren von Schutzwegen, die Schaffung und den Schutz von Bäumen und Grünflächen. Daher konnten nicht alle Flächen in ihrer bisherigen Größe oder Lage bewilligt werden. Einen generellen Anspruch, eine bisher bewilligte Fläche in gleicher Größe und Lage zu nutzen, gebe es nicht.

Antrag wird „verräumt“

Was den ÖVP-Antrag angeht: Der wurde an die Bezirksentwicklungskommission zugewiesen – eine gängige Praxis, „um Themen zu verräumen“, wie Ofner sagt. Denn behandelt wird der Antrag erst in der nächsten Sitzung am 24. September. Und: „Bis dahin werden Tatsachen geschaffen.“

Tatsächlich bestätigt das Magistratische Bezirksamt, dass im ersten und zweiten Bauabschnitt für vier Gastronomiebetriebe nach der Umgestaltung gar kein Schanigarten mehr bewilligt werden konnte. Sie haben ihre Flächen gänzlich verloren.

Anderen stehen weniger Flächen zur Verfügung. In manchen Fällen konnten die Flächen erhalten oder geringfügig vergrößert werden.

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