Wo Alt auf Neu trifft: Umbau der Äußeren Mahü geht weiter

Der erste Abschnitt ist fertig, jetzt folgt der zweite.
Die äußere Mariahilfer Straße wird seit einem Jahr saniert.

von Johanna Worel

Vor einem Café stehen die Tische dicht an dicht, Menschen sitzen in der Frühlingssonne, trinken Kaffee, essen Eis. Ein paar Meter weiter schieben sich Spaziergänger über breite Gehwege, Radfahrer ziehen vorbei. Abrupt endet das Bild: weniger Grün, schmalere Wege, viel Asphalt.

Auf der Äußeren Mariahilfer Straße ist derzeit gut zu sehen, wo Alt auf Neu trifft.

Mit dem im Vorjahr eröffneten ersten Abschnitt zwischen Gürtel und Clementinengasse hat sich das Gesicht der Straße bereits verändert. Neue Bäume, breitere Wege, Sitzgelegenheiten und Kühlungselemente machen den Bereich spürbar angenehmer. „Wenn ich hier spazieren gehe, sehe ich Leute in der Sonne auf den Bänken sitzen, Eis essen und flanieren. Genau das wollten wir erreichen“, sagt der Bezirksvorsteher von Rudolfsheim-Fünfhaus, Dietmar Baurecht (SPÖ).

Zweiter Bauabschnitt

Doch die Umgestaltung ist noch nicht abgeschlossen. Am Donnerstag fiel der Startschuss für den zweiten Bauabschnitt. Zwischen Clementinengasse und Anschützgasse soll bis April 2027 weiter umgebaut werden – der dritte Abschnitt bis zur Schloßallee ist bereits geplant.

Lust zum Verweilen

Vorerst geht es aber um den zweiten Abschnitt. Dort wird es künftig zusätzliche Grünflächen, neue und vergrößerte Beete sowie breitere Gehwege geben. Besonders sichtbar wird der Ausbau des zweiten Abschnitts beim Radverkehr: Der Zweirichtungsradweg wird nach Ende der Bauarbeiten 1,3 Kilometer lang sein. Künftig soll er eine durchgehende, baulich getrennte Verbindung zum Gürtel schaffen.

Auch bei der Kühlung wird nachgerüstet. Neben 45 neuen Bäumen sind Nebelstelen und Wasserelemente geplant. „Wir setzen hier unser Raus-aus-dem-Asphalt-Programm konsequent um“, so Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ).

Langfristig attraktiver machen

Weiters betont Sima, dass ein Projekt in dieser Größe in wirtschaftlich angespannten Zeiten umgesetzt werde, sei „gar nicht so selbstverständlich“. Rund 12 Millionen Euro investiert die Stadt in den zweiten Abschnitt. Ziel ist es, die Äußere Mariahilfer Straße langfristig attraktiver zu machen – nicht nur für den Verkehr, sondern auch für die Menschen, die hier leben oder einkaufen.

„Wo man sich gerne aufhält, geht man auch gerne essen, Kaffee trinken oder spazieren. Wir wollen, dass man sich hier gerne aufhält“, so Angelika Pipal-Leixner, Sprecherin für Mobilität (Neos).

Hässliches Entlein

Für Sima ist klar: „Das hässliche kleine Entlein der Mariahilfer Straße soll das Niveau bekommen, das es verdient.“ Die Hoffnung im Bezirk geht in dieselbe Richtung: Dass sich die neue Atmosphäre Schritt für Schritt weiter die Straße entlang zieht.

Derzeit ist der Bruch zwischen Alt und Neu noch mehr als deutlich zu sehen. Doch genau dieser Kontrast zeigt auch, wohin die Reise geht: mehr Platz zum Verweilen auf der gesamten Äußeren Mariahilfer Straße.

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