© Daniel Zupanc

Chronik Wien
09/30/2020

Tiergarten Schönbrunn: Erstes Foto von Koala-Baby geknipst

Das Jungtier schaute aus dem Beutel von Mama Bunji. Es ist bereits fünf Monate alt. Das Kleine ist der erste Koala-Nachwuchs im Zoo.

Man muss genau schauen, um den jüngsten Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn zu entdecken. Doch seit Dienstag ist es amtlich. Koala-Weibchen Bunji trägt ein Baby in ihrem Beutel.

Entdeckt hatte das Jungtier Tierpflegerin Simona Gabrisova. Wie üblich hatte sie den Koalas ihre Morgenration Eukalyptus gebracht. Dann die süße Überraschung: Das Baby schaute aus Mamas Beutel.

Auf diesen Moment haben der Zoo und seine Besucherinnen und Besucher schon gebannt gewartet. „Das Jungtier ist Mitte April geboren, aber gesehen hatte es bis jetzt noch niemand. Ich habe gleich mein Handy geholt, um Fotos zu machen“, erzählt Gabrisova.

Von Anfang an, seit 2002, betreut sie mit ihrem Team die Koalas in Schönbrunn. Der erste Nachwuchs ist da natürlich auch für sie aufregend. „Es kann sein, dass man das Jungtier nun wieder einige Tage nicht sieht, aber mit der Zeit wird es sein Köpfchen oder auch ein Füßchen immer häufiger aus dem Beutel strecken.“

Jungtier ist bereits faustgroß

Ganz so jung ist das Baby gar nicht mehr: Bereits seit über fünf Monaten wächst das Koala-Jungtier in Bunjis Beutel heran. Bei der Geburt nur so groß wie eine Bohne, ist es mittlerweile schon faustgroß.

Gabrisova: „Derzeit trinkt das Kleine ausschließlich Muttermilch. Schon bald wird es zusätzlich den so genannten Pap zu sich nehmen – eine besondere Form der Ausscheidung mit Bakterien aus der Darmflora der Mutter. Diese Mikroorganismen sind später wichtig, um Eukalyptus-Blätter verdauen zu können.“

Der Tiergarten rechnet mit großem Interesse am ersten Koala-Nachwuchs in seiner 268-jährigen Geschichte und hat vorgesorgt. Zur Wahrung des Mindestabstandes wurde vor dem Koalahaus ein Anstellsystem mit Blockabfertigung eingerichtet.

Vater Wirri Wirri bekommt von den spannenden Entwicklungen übrigens nur wenig mit. Er ist an der Aufzucht nicht beteiligt und beobachtet alles ausschließlich aus der Ferne.

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