Ticketpreise der Wiener Linien: Keine Senkung geplant

Die Wiener Linien haben Bilanz über das Jahr 2025 gezogen. Die Tarifanpassung habe demnach keine Auswirkung auf die Zahl der Jahreskartenbesitzer gehabt.
Ticketautomat

Die Wiener Linien waren im vergangenen Jahr oft Gesprächsthema: Der Preis für das Jahresticket wurde angehoben, die Eröffnung der neuen U-Bahn-Linie U5 wurde verschoben – alles weniger erfreuliche Nachrichten. Über die Zahlen und die Bilanz von 2025, die die Wiener Linien am gestrigen Montag präsentiert haben, zeigte sich die Vorstandsvorsitzende Alexandra Reinagl dagegen „recht erfreut“.

Dazu zählt etwa, dass vergangenes Jahr 903 Millionen Fahrgäste mit den Wiener Linien unterwegs waren. Für einen Rekord hat das zwar nicht gereicht, da 2018 oder 2019 sogar die 960-Millionen-Marke übertroffen wurde. Aber: „Wir nähern uns an das Vor-Corona-Niveau an“, so Reinagl. Im Vergleich zu 2024 gab es bei den Fahrgästen ein Plus von 3,4 Prozent.

Neue Preise, neue Tickets

Rekorde wurden laut den Wiener Linien in anderen Bereichen geknackt. Mehr als 1,14 Millionen Mal wurden im Vorjahr die Wienmobil-Räder ausgeliehen, im Vergleich zu 2024 sei das eine Steigerung von 16 Prozent. Ausgeliehen werden die Räder vor allem für kurze Strecken. In 69 Prozent der Fälle betrug die Fahrtdauer unter 30 Minuten.

Einen Rekord verzeichnen die Wiener Linien heuer auch bei der Zahl der Dauertickets: Knapp 1,34 Millionen Menschen waren 2025 mit Jahreskarte, Klimaticket (künftig soll es ein Probe-Modell geben, Anm.) oder Top-Jugendticket unterwegs. Über eine Million davon besitzen eine Jahreskarte.

Die Tariferhöhungen, die seit 1. Jänner gelten (der KURIER hat berichtet), hätten sich laut ersten Berechnungen nicht negativ auf die Zahl der Jahreskartenbesitzer ausgewirkt. Einige Unterschiede seien aber schon erkennbar gewesen, so Reinagl. Etwa, dass es im Februar zahlreiche Neubestellungen gegeben habe. Viele Studenten dürften nach Auslaufen des Semestertickets auf die neue Jugend-Jahreskarte umgestiegen sein.

Vermehrt zu Kündigungen der Jahreskarte sei es im November gekommen. Gleichzeitig seien im November und Dezember auch zahlreiche Neuabschlüsse erfolgt. Dass viele Kundinnen und Kunden noch vor der Tariferhöhung ein günstigeres Ticket erwerben wollten, sei laut Reinagl denkbar. Negative Auswirkungen auf den Verkauf von Jahreskarten im Jahr 2026 sei nicht zu erwarten, heißt es.

Die Rücknahme der Preisanpassung, wie dies unter anderem auch SPÖ-intern gefordert wird (der KURIER hat berichtet), sei nicht realistisch. Jahrelang die Preise nicht zu erhöhen, um sie dann doch „in einem höheren Ausmaß“ anzupassen, „sollte uns nicht mehr passieren, glaube ich“, sagt Reinagl.

Genügend Fahrpersonal

Abseits der Tickets und deren Preise kam auch das Personal zur Sprache. Insgesamt 9.500 Mitarbeiter seien 2025 bei den Wiener Linien beschäftigt gewesen. Ausgebildet wurden vergangenes Jahr 316 Straßenbahnfahrer, 79 U-Bahn-Fahrer und 145 Buslenker. Offene Stellen im Fahrerdienst gebe es derzeit nicht. Die Zahl der Mitarbeiter insgesamt habe sich in den vergangenen Jahren „nach oben entwickelt“. Das Personal könne aber nicht gleich schnell wachsen wie das Netz oder die Aufgabenbereiche, sagt Reinagl. „Weil auch wir den Kostendruck spüren, wird es einen Personaldeckel geben.“ Konkret bedeute das, dass bei Pensionierungen genau geschaut werde, ob es die betreffenden Jobs auch tatsächlich noch brauche.

Gefordert sein wird das Wiener-Linien-Personal heuer beispielsweise beim ESC. Mit der „Bereitschaft zu Überstunden kommen wir da aber ganz gut durch“, so Reinagl.

Thema waren natürlich auch die Baustellen. 12,5 Kilometer Straßenbahngleise und 33 Weichen sollen heuer erneuert werden. Insgesamt sind 2026 Investitionen in Höhe von 759,9 Millionen Euro geplant, 426,7 Millionen davon entfallen auf den U-Bahn-Neubau.

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