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Chronik | Wien
07/05/2019

Tempo 30 am Gürtel: "Absoluter Holler"

Auch der rote Koaltionspartner kann den Vorstellungen der Grünen nichts abgewinnen.

Nicht gerade breite Begeisterung ruft das grüne Liebäugeln mit einer nächtlichen Tempo-30-Zone auf dem Wiener Gürtel hervor. „Davon halte ich nichts. Das ist ein absoluter Holler“, sagt Gerhard Kubik, Verkehrssprecher des Koalitionspartners SPÖ. „Das wäre eine Maßnahme, an die sich niemand halten würde. Die Menschen würden glauben, sie diene nur dazu, abzukassieren.“ Es gebe einfach Hauptverkehrsrouten, die für ein derartiges Tempolimit nicht geeignet seien.

Wie berichtet, kann sich der grüne Umweltsprecher Rüdiger Maresch Tempo 30 in der Nacht für den Gürtel vorstellen. Damit könnte den lärmgeplagten Anrainern geholfen werden. Auch der grüne Neubauer Bezirksvorsteher Markus Reiter will sich einer derartigen Maßnahme nicht verschließen. Voraussetzung sei aber, dass es in dieser Frage einen Konsens zwischen den Gürtel-Anrainerbezirken und der Stadt gibt.

Harsche Ablehnung kommt vom ÖAMTC und der FPÖ. Deren Verkehrssprecher Toni Mahdalik (FPÖ) spricht von „grünen Fieberfantasien“.

Ausgangspunkt der Debatte ist die Ausweitung der Tempo-30-Zonen in Neubau: Bis zum Schulbeginn soll der Bezirk der Wien-weit erste sein, in dem flächendeckend diese Geschwindigkeitsbeschränkung gilt. Die Maßnahme wurde mit den Stimmen der Grünen, der SPÖ und der Neos beschlossen. Ausgenommen sind lediglich die Hauptverkehrsrouten am Rand des Bezirks: Die Zweierlinie und eben der Gürtel.