Winzer Leopold Klager vom Stammersdorfer Winzerhof Leopold füllt den Take-Away-Spritzer ab.

© Bernhard Ichner

Chronik Wien
12/10/2020

Stammersdorfer Heuriger bietet nun "G'spritzten to go" an

Wenn die Leute nicht zum Heurigen können, muss man die Gemütlichkeit eben zu den Gästen bringen, meint Winzer Leopold Klager.

von Bernhard Ichner

Dass aufgrund der Corona-Auflagen die Gastronomie geschlossen ist, beeinträchtigt nicht zuletzt die Wiener Heurigenkultur. Im Floridsdorfer Weinort Stammersdorf versucht man dennoch, das Beste aus der Situation zu machen. Zum einen bieten einige Betriebe (wie die Familie Sammer oder das Presshaus Steindl) Brettljause und Co. zum Abholen an. Zum anderen brachte Winzer Leopold Klager vor Kurzem den "G'spritzten to go" auf den Markt. "Weil die Leut' nirgends hin dürfen, aber weil man trotzdem gemütlich zusammensitzen mag."

Die Idee, gespritzten Wein abzufüllen, mag nicht neu sein. Weinbaugenossenschaften und Handelsketten lassen das Lieblingsgetränk des ehemaligen Wiener Bürgermeisters schon seit Längerem in PET-Flaschen abfüllen.

In Stammersdorf setzt man neben dem Stolz auf den Wiener Wein aber nicht zuletzt auf den Umweltgedanken: Die wieder verschließbaren 0,33-Liter-Flaschen sind aus Glas - "und wenn sie ausgewaschen sind, kann man zum Beispiel Saft für die Kinder einfüllen", meint Klager. (Weil die Flaschen verschlossen sind, gilt hier nicht das seit Montag geltende Alkoholverkaufsverbot, dem unter anderem Punschstände unterliegen.)

Gemacht ist der G'spritzte aus Grünem Veltliner und Soda. "Im Verhältnis 50:50 - wie sich ein gescheiter G'spritzter gehört", erklärt Klager. 

Ein lokaler Renner

Die Idee sei erst wenige Tage alt. "Ursprünglich hätten wir ja von 1. bis 22. Dezember ausgesteckt gehabt." Doch weil das aufgrund des Gastro-Lockdowns nicht möglich ist, machte man sich Gedanken, wie man die Gäste sonst erreichen könne. Und im engsten Familienkreis entstand Ende November die Idee, einen lupenreinen G'spritzten abzufüllen. Auch weil die Jungen in der Famile meinen, das käme bei ihrer Generation besonders gut an.

Das mag zwar stimmen. Insbesondere in Stammersdorf mausert sich der G'spritzte vom Winzerhof Leopold aber generationsübergreifend zum absoluten Renner. Bei Hans Fuchs im "Hauptpostamt" kann er gemeinsam mit diversen Leberkäse-Variationen, Burgern und Hot Dogs freitags, samstags und sonntags abgeholt werden. Bei Konstantin Valuch im CapuVino gibt's ihn ebenfalls. Und auch der örtliche Frisör "Haar Schneider" oder die Tischlerei Gorth verwöhnen ihre Kundschaft mit dem G'spritzten to go.

Komplizierte Vorschriften

Dass der Spritzwein nicht näher benannt ist - als Stammersdorfer oder Wiener G'spritzter etwa - habe übrigend mit der strengen heimischen Etikettenvorschrift zu tun. "Zwei Din-A-4-Seiten an Regeln mussten wir für die Beschriftung befolgen", sagt Klager. So sei etwa vorgeschrieben, dass die Weinsorte nicht auf dem Etikett stehen darf. Und auch die Herkunftsbezeichnung dürfe "nicht kleiner als Österreich" sein. "Wiener G'spritzter ging also nicht. Und ,Europäischer G'spritzter' wollten wir nicht drauf schreiben."

Erstehen kann man den nicht näher lokalisierten G'spritzten to go beim Winzerhof Leopold um 2,60 Euro pro 0,33-Liter-Flascherl. Zwölf gibt's zum Preis von zehn. Nähere Informationen zum Take-Away-Spritzer aus Stammersdorf gibt's unter www.klager.at.

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