Chronik | Wien
20.04.2018

Stadtmenschen helfen beim Navigieren durch Behördengänge

Das Projekt „Stadtmenschen Wien“ hat am Donnerstag seinen sechsten Standort im Nachbarschaftszentrum Wien eröffnet

Wien habe mit seinen sozialen Angeboten ja so einiges zu bieten. „Aber trotzdem erlebt man immer wieder, dass Menschen in Notsituationen einen Navigator durch unser Sozialsystem brauchen“, meinte Tanja Wehsely (SPÖ) am Donnerstag bei der Eröffnung  des Projektes „ Stadtmenschen Wien“ im  Nachbarschaftszentrum Hernals. Die Gemeinderätin und Mitgründerin der „Social City Wien“ ist die Initiatorin des ehrenamtlichen Projektes, bei dem Freiwillige – sogenannte „Stadtmenschen“  – Wienern seit 2016  helfen, die richtigen Ansprechpersonen und Institutionen für ihre jeweiligen Anliegen zu finden.

Helfen leicht gemacht

Anonym, kostenlos und ohne Voranmeldung kann jede Person zu den Sprechstunden kommen, die von  zwei „Stadtmenschen“ geleitet werden. Die Freiwilligen bekommen vorher eine Schulung –  eine Ausbildung zu Sozialarbeitern oder ähnliches brauchen sie aber nicht. 

Ein Vorteil in der ehrenamtlichen Arbeit, wie finden Martina Zausinger (44) und Hannah Poppenwimmer (29) finden. Die beiden sind seit September 2017 als Wiener „Stadtmenschen“ tätig. „Ich finde es schön, dass man eine Möglichkeit hat, im sozialen Bereich tätig zu sein, ohne ein Studium abgeschlossen zu haben.“, erzählt Hannah. Martina stimmt ihr zu: „Es wird einem leicht gemacht, jemanden zu helfen. Man kann sich schon in der Ausbildung Wissen aneignen, das man vorher nicht hatte. Auch im Laufe der freiwilligen Arbeit bekommt man laufend neue Informationen. Wir haben mit ein paar Blättern angefangen und jetzt haben wir schon dicke Ordner.“ Die alleinerziehende Mutter von drei Kindern spekuliert wegen ihrer Zeit bei „Stadtmenschen“ mit der Idee auch beruflich in den sozialen Bereich zu gehen.

Wohnen

Die Themen, mit denen sich die Hilfesuchenden  an die „Stadtmenschen“ wenden, sind vollkommen unterschiedlich – angefangen bei Asyl und Bildung bis hin zu Armut, Gewalterfahrung und Leben mit Behinderung. „Die meisten Fragen betreffen aber das Thema Wohnen“, erklärt Wehsely.   Innerhalb der letzten beiden Jahren sind  über 60 Stadtmenschen zusammengekommen, die in sechs Standorten in Wien tätig sind. Das Nachbarschaftszentrum in Hernals ist der Neuste.

„Wir haben den Wachstum der „Stadtmenschen“  mitbeobachtet und da wir das Projekt sehr schätzen, sind wir glücklich über die Kooperation“, erklärt Sabine Geringer, die Geschäftsführerin des Wiener Hilfswerk.  „Für uns ist es wichtig,  dadurch Ressourcen aufzubauen und Menschen, die dringend unsere Hilfe brauchen, helfen zu können.“

Wo und Wann

Hernalser Hauptstraße 53, 1170 Wien

Donnerstag 16 bis 17 Uhr 

Details gibt es hier.