SPÖ-Landesparteisekretärin Sybille Straubinger will den Parteiaustritt des Wieners.

© KURIER/Franz Gruber

Stadtpolitik
03/02/2017

SPÖ will mutmaßlichen Salafisten loswerden

Ehemaliger Jungfunktionär soll Partei aus freien Stücken verlassen. Auch dessen Familie übt Kritik.

von Bernhard Ichner

Die Wiener SPÖ will sich von jenem ehemaligen Jungfunktionär trennen, der als Generalsekretär der als salafistisch eingestuften Gruppierung „Iman“ für den Islam missioniert. Wie die FPÖ aufdeckte, beteiligte sich der 27-Jährige, der für die Floridsdorfer SPÖ 2015 in den Gemeinderatswahlkampf zog und bis 2014 im Landesvorstand der „Jungen Generation“ saß, an Straßenaktionen, um Info-Material zum Koran zu verteilen. Auch der Verfassungsschutz wurde bereits auf „Iman“ aufmerksam.

Zwar bekleide der ägyptischstämmige Wiener keine offizielle Funktion mehr in der SPÖ, als einfaches Mitglied will man ihn jedoch auch nicht mehr. „Wir haben den Wunsch, dass er die Partei aus freien Stücken verlässt“, erklärt Landesparteisekretärin Sybille Straubinger. Dafür habe die Bezirksorganisation ein Gespräch mit ihm vereinbart. (Sollte er sich weigern, wäre ein Parteiausschluss aber bloß ein Formalakt. Dafür würde eine einfache Mehrheit im Parteivorstand reichen.)

Ein religiöses Engagement allein sei zwar kein Ausschließungsgrund, heißt es aus der SPÖ. Durch die missionarische Tätigkeit für „Iman“ sei aber „eine Grenze überschritten“ worden.

Kritik der Familie

Zu Wort meldet sich auch die Schwester des Mannes, Samira E. Die 25-Jährige wehrt sich gegen die Darstellung der FPÖ, ihre Familie stehe der Muslimbruderschaft nahe. „Das ist komplett an den Haaren herbeigezogen“, beharrt die Englisch-Französisch-Dolmetscherin, die kein Arabisch spricht – „meine Mutter ist Christin aus Wien und mein Vater kam als Handballer schon vor 40 Jahren nach Österreich.“

Mit der „fragwürdigen religiösen Überzeugung“ ihres Bruders könne sie nichts anfangen, sagt Frau E. "Für mich ist völlig unverständlich, wenn er zum Beispiel behauptet, Aleviten wären keine Muslime", sagt die junge Frau. Von Salafismus möchte sich die Familie distanzieren. Zwar gebe es keinen Konflikt mit dem Bruder, viel Kontakt habe man aber auch nicht.

Der 27-Jährige selbst war für den KURIER erneut für keine Stellungnahme zu erreichen.

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