© Kurier/Gilbert Novy

Chronik Wien
11/07/2020

Spitäler: Wie eine Corona-Station entsteht

Immer mehr Spitäler müssen Covid-19-Patienten übernehmen. So auch die Barmherzigen Schwestern in Wien.

von Josef Gebhard

Im Gang steht ein Rollwagen mit Schutzbekleidung und Handschuhen. Hier ziehen sich die Ärzte und Pfleger um, bevor sie die Zimmer der Patienten betreten können. Zuvor müssen sie noch durch eine eigens errichtete Schleuse – eine Art Vorraum vor der Zimmertür.

So sieht es derzeit auf der Internen Abteilung im zweiten Stock des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern (Vinzenz Gruppe) in Wien-Mariahilf aus. Wie es der Krisenplan der Stadt Wien vorsieht, wurde sie in eine Corona-Abteilung umgewandelt, um die städtischen Spitäler des Gesundheitsverbunds zu entlasten. Seit gestern, Freitag, stehen 16 Covid-Normalbetten und drei -Intensivbetten zur Verfügung. „Bei Bedarf können wir noch aufstocken“, sagt Thomas Pavek, Geschäftsführer des Spitals. Er rechnete am Freitag damit, dass am Ende des Tages die Station bereits mit fünf bis sechs Patienten belegt sei.

Eine besondere Herausforderung stellte die Bereitstellung der Intensiv-Kapazitäten dar. Die existierende Intensivstation wurde quasi geteilt: Die Covid-Patienten liegen in den bestehenden Räumlichkeiten, alle anderen in einer neu errichteten Intensivstation unmittelbar beim OP-Trakt.

Um die Infektionsgefahr zu verringern sind alle Covid-Patienten ausschließlich im zweiten Stock untergebracht.

Überraschend kommt diese doch erhebliche Umstrukturierung nicht: „Eigentlich haben wir schon während der ersten Welle damit gerechnet, dass wir Covid-19-Patienten übernehmen müssen“, sagt Pavek. Jetzt ist es nun doch soweit.

Wobei die zusätzliche Versorgung der Corona-Patienten funktioniere, ohne dass dadurch der restliche Betrieb beeinträchtigt werde, betont der Geschäftsführer. Sollte aber Stufe 6 im städtischen Corona-Plan für die Spitäler erreicht werden, werde das wohl nicht mehr gelingen. Wann es so weit ist, wagt Pavek nicht vorherzusagen.

Schulung

Neben den baulichen Adaptierungen, die bereits im Februar begannen, musste auch das Personal intensiv geschult werden, schildert Alexander Klaus, Ärztlicher Direktor des Spitals, das an sich auf Gastroenterologie, Urologie und Onkologie spezialisiert ist. Dabei geht es nicht nur um die richtige Versorgung der Covid-Patienten, sondern auch um Hygienemaßnahmen: „Zu Beginn der Pandemie haben sich viele Ärzte und Pflegekräfte infiziert, weil sie die Schutzbekleidung falsch ausgezogen haben“, sagt der Mediziner.

Tests

Nach dem Göttlichen Heiland in Hernals sind die Barmherzigen Schwestern das zweite Spital der Vinzenz Gruppe, das den Gemeindespitälern bei der Behandlung von Corona-Patienten aushilft. Ab kommender Woche wartet bereits die nächste logistische Herausforderung: Jeder der über 700 Mitarbeiter muss einmal pro Woche per Schnelltest getestet werden. Dafür wurden eigens zwei Teststraßen errichtet.

 

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