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Sperren in Hietzing: Hier droht Anrainern und Pendlern Geduldsprobe

Mehrere Baustellen sorgen im 13. Bezirk für Sperren, Umleitungen und Unmut. Anrainer, Pendler und Betriebe spüren die Auswirkungen im Alltag und fürchten sich vor weiteren Belastungen.
Baustelle Hietzing

Wer derzeit in Hietzing unterwegs ist, könnte den Bezirk mit einem Labyrinth verwechseln. Der 13. Bezirk besteht aus Baustellen, Sperren und Umleitungen. Dass gleichzeitig in der Maxingstraße, an der Hietzinger Hauptstraße und bald auch in der Lainzer Straße gebaut wird, sorgt bei Anrainern und Betrieben für Unverständnis.

Die Bauprojekte werden zwar als notwendig angesehen, doch viele fragen sich: Muss alles gleichzeitig passieren?

Tägliche Einschränkungen

Eine, die die Auswirkungen täglich zu spüren bekommt, ist Maria. Normalerweise fährt sie über die Maxingstraße zur Arbeit. Seit diese wegen der Verlegung einer neuen Fernwärmeleitung gesperrt ist, hat sich ihr Arbeitsweg deutlich verlängert. 

„Ich brauche mittlerweile doppelt so lange wie früher“, sagt sie. Besonders am Abend seien die Busintervalle unerträglich lang. Während der Bauarbeiten werden die Buslinien 56A, 56B, 58A, 58B und der Autoverkehr umgeleitet. Die Sperre soll bis Dezember dauern. Neben der Fernwärmeleitung werden auch Wasserleitungen erneuert und die Fahrbahn saniert.

Baustelle Hietzing

Der Bahnübergang auf der Hietzinger Hauptstraße ist gesperrt.

Auch Anrainer spüren die Folgen der Baustelle. Die 82-jährige Amalia lebt direkt davor. „Es ist oft sehr laut und staubig.“ Sie habe Glück, am Beginn der Baustelle zu wohnen. Viele Bewohner am Montecuccoliplatz müssten weite Strecken zu Fuß zurücklegen. „Wenn man in meinem Alter ist, ist das nicht mehr so leicht.“

Weniger Kunden wegen Bauarbeiten

Ein paar Meter weiter befindet sich bereits die nächste Baustelle. Auf der Hietzinger Hauptstraße ist der Bahnübergang wegen Vorarbeiten für die Verbindungsbahn bis Anfang September für Autos gesperrt. Sie werden durch kleine Seitengassen umgeleitet. Fußgänger können neben der Absperrung über die Gleise gehen. Astrid arbeitet dort in einem Geschäft, sie merkt die Auswirkungen der Baustelle täglich. Vor allem am Nachmittag bilde sich immer wieder Stau. „Da ist es staubig und laut.“ Auch verliere sie viele Kunden wegen den Bauarbeiten. „Die Leute finden keine Parkplätze mehr und kommen deshalb nicht mehr.“ Die gleiche Sorge teilen Betriebe auf der Lainzer Straße. Denn dort beginnen im August die Vorbereitungsarbeiten für die nächste Großbaustelle.

Sorge bei Betrieben

Ab 2027 werden die Gleise der Straßenbahnlinie 60 erneuert, Wasser-, Strom- und Gasleitungen saniert und der Bereich klimafit umgestaltet. Während der Hauptarbeiten wird die Lainzer Straße zwischen Altgasse und Münichreiterstraße gesperrt, die Linie 60 wird durch Busse ersetzt. 

Eine Mitarbeiterin in einem Geschäft auf der Lainzer Straße ist skeptisch: „Wo sollen die Busse umgeleitet werden? Das funktioniert jetzt schon nicht.“ Vor allem stört sie der Zeitpunkt. „Ich verstehe nicht, warum man im selben Bezirk so viele Baustellen gleichzeitig machen muss.“ Schon jetzt sorgen sich viele ihrer Kunden um die Auswirkungen der baldigen Baustelle. Die Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl (ÖVP) versichert, dass die Hauptarbeiten auf der Lainzer Straße erst beginnen, sobald die Maxingstraße abgeschlossen ist. „Wir wollen eine gute Ausweichroute sicherstellen.“

Aber auch eine Mitarbeiterin eines anderen Geschäfts macht sich Sorgen. Grundsätzlich begrüße sie den Umbau, aber „Parkplätze wegzunehmen und das Autofahren immer schwieriger zu machen, ist gerade in Hietzing problematisch.“ Viele ihrer Stammkunden seien älter und auf das Auto angewiesen. Bereits während der Baustelle in der Altgasse vergangenen Sommer habe sie Umsatzeinbußen gespürt.

Laut Zinkl soll aber entgegengewirkt werden. Sie erwarte sich von der Stadt und den zuständigen Stellen, dass die Hietzinger Betriebe wirtschaftlich unterstützt werden sollen. Wie diese Maßnahmen aussehen sollen, lässt die Bezirksvorstehung nicht durchklingen.

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