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Baustellen-Fleckerlteppich übersät Mariahilf

Nach dem Aus für die „Zukunftsfitte Gumpendorfer Straße“ wird nun an mehreren Stellen gleichzeitig gebaut. Anrainer reagieren unterschiedlich. Fest steht aber: bis 2028 wird gebaut.
Bagger bei Straßenbau an einer gesperrten Kreuzung mit aufgerissener Fahrbahn.

Wer derzeit in Mariahilf unterwegs ist, braucht Geduld. Auf der Gumpendorfer Straße wird an mehreren Stellen der Asphalt aufgerissen, Busse fahren Umleitungen, Seitengassen sind gesperrt. Vor einem Jahr war noch die umfassende Neugestaltung der Gumpendorfer Straße geplant, bis diese dem Sparkurs zum Opfer fiel. Jetzt reihen sich einzelne Baustellen aneinander. 

Neuer Straßenbelag

Seit einer Woche wird die Fahrbahn der Gumpendorfer Straße zwischen Köstlergasse und Kaunitzgasse saniert. Die Arbeiten dauern bis Anfang September. Während der Bauzeit ist die Gumpendorfer Straße für Autos abschnittsweise nur als Einbahn Richtung Innenstadt befahrbar, Buslinien 13A, 14A und 57A werden teilweise umgeleitet. 

Die Baustelle sorgt bei den Anrainern für gemischte Reaktionen. Sophia und Anja sehen es gelassen. Sie arbeiten direkt neben der Baustelle. „Die Baustelle wurde gut gelöst, sie schränkt uns nicht wirklich ein.“ Bauarbeiten in anderen Bezirken seien für sie im Vergleich deutlich schlimmer. Ähnlich sieht das Alexandra. Sie wohnt in der Nähe der Bauarbeiten. „Natürlich hört man sie, aber besonders störend finde ich sie nicht.“  Sie könne sich aber vorstellen, dass Autofahrer unzufriedener seien. 

Das bestätigt Anrainerin Elisabeth. Sie fährt jeden Tag mit dem Auto über die Gumpendorfer Straße in die Arbeit. „Hin komme ich problemlos, aber zurück muss ich über die Linke Wienzeile ausweichen.“ Da brauche sie deutlich länger. 

Die Fahrbahnsanierung ist laut dem Büro von Bezirksvorsteherin Julia Lessacher (SPÖ) notwendig, weil der Belag stark beschädigt ist. Mit dem ursprünglich geplanten großen Umbau habe sie nur peripher zu tun – obwohl sie laut Lessacher einen großen Wunsch der Anrainer erfüllt: Die Haltestellen „Stiegengasse“ und „Laimgrubengasse“ der Buslinie 57A werden zusammengelegt. Im Kreuzungsbereich Gfrornergasse wird eine neue Station in beide Fahrtrichtungen errichtet. 

Das bleibt aber nicht die einzige Baustelle auf der Gumpendorfer Straße für diesen Sommer, am 20. Juli soll eine weitere am Kurt-Pint-Platz kommen. Bis 30. September werden dort Rohre der Wiener Netze verlegt, die dortige Bushaltestelle des 57A wird provisorisch woanders hinkommen. Wie  sehr es den Autoverkehr einschränken wird, ist noch nicht bekannt. 

Spatenstich im Herbst

Damit finden die Bauarbeiten im 6. Bezirk aber kein Ende. Denn sobald der Sommer vorbei ist, klopfen schon die Nächsten an die Tür. Ab Herbst werden die Windmühlgasse, die Fillgradergasse und die Theobaldgasse umfassend umgestaltet. Im Mittelpunkt stehen Begrünungsmaßnahmen und neue Aufenthaltsbereiche sowie Verbesserungen für Fußgänger und Radfahrer – ebenfalls Wünsche aus dem Beteiligungsprozess der Anrainer rund um die  damalige Planung der „Zukunftsfitten Gumpendorfer Straße“. 

Insgesamt werden in den drei Gassen 33 neue Bäume und 14 Hochstammsträucher gepflanzt. Die Umgestaltung wurde bereits im Oktober angekündigt, als feststand, dass die große Umgestaltung nicht kommen wird. Laut dem Büro der Bezirksvorsteherin sollen die drei Gassen aber auch nur peripher etwas mit dem großen Projekt zu tun haben. Es handle sich um kostengünstigere Einzelmaßnahmen. 

Wieso genau nur diese drei Gassen umgestaltet werden und nicht andere Gebiete in Mariahilf, lässt sich laut der Bezirksvorstehung durch die dortige Verlegung der Fernwärmeleitungen begründen, die damals nicht in der Gumpendorfer Straße stattfinden konnte. „Die Gassen wurden dort  nur provisorisch betoniert.“ Die Umgestaltung der drei Gassen soll laut der Bezirksvorstehung rund 1,5 Jahre dauern, eingeplant sind Kosten in Höhe von 3,3 Millionen Euro

Was der Umbau neben zusätzlicher Begrünung  mit sich bringt: weniger Parkplätze. Insgesamt sollen ein Drittel der derzeit verfügbaren Stellplätze wegfallen. „Wir haben uns aber eine Kompensation überlegt“, so die Bezirksvorstehung. Die lautet: Dauerparkplätze in der Garage in der Windmühlgasse sollen für Anrainer nur halb so viel kosten. 

Der große Umbau der Gumpendorfer Straße bleibt zwar vorerst aus. Auf die Mariahilfer kommen dennoch zahlreiche Baustellen zu –  auch wenn diese eher einem Fleckerlteppich gleichen.

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