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„Solarstrom-Rabatt“: Wiener lassen rund 20 Millionen Euro liegen

Um mit dem neuen „Sommer-Nieder-Arbeitspreis“ Geld sparen zu können, braucht es zuvor eine Umstellung beim Stromzähler. Warum das in Wien erst bei jedem fünften Anschluss gemacht wurde.
Zwei Männer installieren Solarpaneele auf dem Dach eines Stadions.

In der Steckdose liegt viel Geld versteckt – das wissen alle, die regelmäßig ihren Stromanbieter wechseln, um den günstigsten Tarif zu lukrieren. Seit April kann aber nicht nur beim Anbieter, sondern auch beim Netzbetreiber gutes Geld gespart werden: Das Zauberwort dafür lautet SNAP – kurz: für „Sommer-Nieder-Arbeitspreis“. Allerdings bringt der SNAP insbesondere für viele Wiener noch kein „Schnäppchen“ beim Netzentgelt, denn erst die wenigsten sind überhaupt umgestellt. Und viele wissen offenbar auch gar nicht, dass sie selber aktiv werden müssten.

Der „Sommer-Nieder-Arbeitspreis“ ist so etwas wie ein Solarstrom-Rabatt: Damit die sommers um die Mittagsstunden im Überfluss vorhandene Energie möglichst direkt verbraucht wird, zahlt man zwischen 10 und 16 Uhr 20 Prozent weniger Netzentgelte; und zwar von 1. April bis 30. September. Zuständig dafür ist nicht der Stromlieferant, sondern der Netzbetreiber – in der Bundeshauptstadt sowie umliegenden Gemeinden sind das die „Wiener Netze“ des Stadtwerke-Konzerns der Stadt Wien.

Eine Anfrage des KURIER zeigt nun, dass deren Kunden seit April viel Geld liegengelassen haben, weil sie vom SNAP nicht profitieren können. Denn Voraussetzung ist eine Umstellung des Smartmeter-Stromzählers auf Viertelstundenmessung – das sogenannte Opt-In. Wer gedacht hat, eine Registrierung im Smartmeter-Webportal der „Wiener Netze“ wäre dafür ausreichend, der irrt: Denn dort muss die Viertelstundenmessung aktiv angeklickt werden. Doch erst rund jeder fünfte Anschluss im Versorgungsgebiet ist umgestellt.

Laut einer Sprecherin der „Wiener Netze“ seien von den 1,6 Millionen Anschlüssen erst bei rund 310.000 Haushalts-Zählpunkten die Viertelstundenwerte aktiviert, womit sie vom Rabatt profitieren können. Wie hoch wäre die Ersparnis (gewesen)? Laut E-Control kann man sich pro Saison zwischen 11 und 15 Euro (Letzteres bei einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh) ersparen. Für den Einzelnen mag das nicht viel sein, für die „Wiener Netze“ aber ist es heuer eine erkleckliche Summe: Denn hochgerechnet geht es bei rund 1,3 Millionen nicht umgestellten Kunden um bis zu rund 20 Millionen Euro jährlich.

Doch warum wissen so wenige Kunden über ihre verpasste Chance Bescheid? Und warum sind in Wien erst so wenige Zähler aktiviert, wo doch gesetzlich bis 1. Jänner 2027 alle Untätigen automatisch umgestellt sein müssen? Bei den „Wiener Netzen“ beteuert man, zunächst alle größeren Stromverbraucher (ab 5.000 kWh) umzustellen, danach die kleineren. „Aufgrund der hohen Datenmenge“ sei ein schnelleres Vorgehen nicht möglich – wobei jeder selber aktiv werden könne und das Opt-In etwa per Mail beantragen könne.

„Netz NÖ“ fast fertig

Ein Vergleich mit Niederösterreich zeigt, dass es auch deutlich schneller ginge: Bei „Netz NÖ“ seien „so gut wie alle Kunden schon auf die Viertelstundenmessung“ umgestellt, heißt es. Konkret seien das 808.217 Zähler oder 97,5 Prozent der Kunden, die nun vom Solarstrom-Rabatt profitieren.

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