Rapper Skero ist auch als Graffitikünstler aktiv

© APA/GEORG HOCHMUTH

Interview
07/08/2015

Dosen kaufen, zur nächsten Wand stellen und üben

Skero macht nicht nur Musik, sondern auch Graffitis. Am 11. Juli arbeitet er mit dem Roten Kreuz.

von Anna-Maria Bauer

Du hast gerade dein zweites Soloalbum veröffentlicht. Länger als mit der Musik beschäftigst du dich aber mit Graffiti. Was fasziniert dich daran?

Bei Hip Hop (und Graffiti ist ja eines der vier Elemente des Hip Hop) geht es darum, mit geringsten Mitteln seine Kreativität umzusetzen. Jeder kann sofort loslegen. Man braucht nur im Baumarkt ein paar Dosen kaufen, stellt sich zur sich zur nächsten Wand und kann schon üben.

Was sagst du zu dem Vorwurf mancher Kritiker, Graffiti sei "Urbanes Revierpinkeln"?

Graffiti ist keine reine Gratis-Behübschung. Es ist Werbung für seine eigene Person. Ich werde auch täglich von 100.000 Werbeplakaten belästigt, die ich nicht sehen will und für die ich auch noch zahlen muss.

Und was ist mit dem viel kritisierten Taggen? (Bloßes Anbringen des Signaturkürzels, Anm.)

Meiner Meinung nach haben manche Leute von der Mutti zu wenig Aufmerksamkeit bekommen und versuchen, sie sich so wieder hereinzuholen. Das trifft dann auf die Horrorvorstellung konservativer Menschen, die fürchten, jetzt könnte auch ihr Auto betaggt werden. Aber so etwas passiert dann ja doch nicht.

Also gibt es also so etwas wie einen Ehrenkodex?

Eigentlich schon. Bestehende Werke auf legalen Flächen sollten respektiert werden. Aber die jungen Wilden wollen alle Grenzen ausloten.

Im Vorjahr wurde der Sprayer Puber festgenommen. Was sagst du Leuten, die die Szene in ein schlechtes Licht rücken?

Ich schreibe keinem vor, was er zu tun hat, aber er hat mit seiner geringfügigen Kunst viel schlechte Stimmung nach Wien gebracht – und viel Präpotenz.

Dabei bietet die Stadt Wien viele legale Flächen an ...

Auf jeden Fall. Ich war an der Legalisierung der Wände beteiligt. Ein Beamter der Stadt wollte vor der Pension noch etwas Sinnvolles machen. Also haben wir ihm Fotos von Wänden geschickt und er hat versucht, dass die von den jeweiligen Bezirken zur Verfügung gestellt werden. Das Ganze hat sich super entwickelt.

Was hat sich seit deinen Anfängen in der Szene verändert?

Damals war es eine Untergrundkultur. Es gab keine Magazine und kein Internet. Ich bin viel mit Interrail durch die Gegend gefahren, habe versucht, mich mit Leuten zu treffen oder Spots zu finden. Ich habe eine Zeit lang nur Fotos und Skizzen gesammelt.

Geht durch das Internet also etwas verloren?

Das Abenteuer vielleicht. Jetzt kann sich jedes Kind ein Graffiti anschauen. Für mich war es aufwendiger und dadurch, denke ich, prägender.

Graffiti-Kunst

Rotkreuz-Workshop

Interessierte können kommenden Samstag, 11. Juli, gemeinsam mit Skero ein Graffiti zum Thema „Freiwilligenarbeit“ gestalten. Infos und Anmeldung gibt es hier.

Skero

Information rund um die musikalischen und bildnerischen Projekte des Künstlers gibt es hier.

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