Jahn Agha Markaz ist froh, einstweilen hier bleiben zu dürfen

© Simon Moser

Servitenkloster
09/20/2013

Flüchtling darf vorerst in Österreich bleiben

Einem 30-jährigen Afghanen wird subsidiärer Schutz gewährt, ein zeitlich begrenztes Aufenthaltsrecht.

von Simon Moser

Erstmals erhielt ein Flüchtling aus dem Servitenkloster eine positive Aufenthaltsgenehmigung – wenn auch nur eine befristete. Dem 30-jährigen Jahn Agha Markaz aus Afghanistan wurde vor wenigen Tagen subsidiärer Schutz zugesprochen. Dieses Rechtsmittel ist kein positiver Asylbescheid, sondern eine zeitlich begrenzte Aufenthaltsgenehmigung. Es wird vergeben, wenn im Zuge des Verfahrens kein Asylgrund festgestellt wurde, das Herkunftsland des Asylwerbers jedoch als zu gefährlich für eine momentane Rückkehr eingestuft wird.

Markaz’ Aufenthaltsrecht gilt für zweieinhalb Jahre, danach wird sein Fall erneut geprüft. Bis dahin bemüht sich der 30-Jährige um eine Arbeitsbewilligung und will sein Deutsch verbessern. Eine mögliche Abschiebung in seine Heimat im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet wäre für ihn das Schlimmstmögliche, erklärt er bei einem KURIER-Lokalaugenschein im Servitenkloster. „Ich kann nicht dorthin zurück. Mein Bruder wurde von den Taliban ermordet, mich wollen sie auch umbringen. Meine ganze Familie ist in Gefahr.“

Drohende Abschiebung

Markaz ist einer von insgesamt 26 Flüchtlingen, die derzeit noch im Servitenkloster untergebracht sind. Sie alle sind zum Warten verurteilt – manche warten auf die Fortsetzung ihres Asyl-Verfahrens, die meisten aber auf ihre Abschiebung. An einen positiven Asyl-Bescheid glaubt hier keiner mehr.

Auch für Adalat Khan, einen Sprecher der Flüchtlinge, ist der Fall Markaz kein Grund für Optimismus. „Die meisten von uns sind aus Pakistan. Die Behörden schätzen das Land für teilweise sicher ein, deshalb gewähren sie uns keinen subsidiären Schutz“, meint Khan. Vor allem jene, die bereits einen negativen Bescheid erhalten haben, hegen keinerlei Vertrauen mehr in ein faires Asylverfahren. Wann ihre Abschiebung erfolgt, wissen sie nicht. Bis es soweit ist, dürfen sie sich nur innerhalb der Klostermauern aufhalten.

Für alle Bewohner gilt, dass Ende Oktober der Auszug aus dem Servitenkloster ansteht. Dann wird ein Teil der Räumlichkeiten zu einer permanenten Aufnahmeeinrichtung für minderjährige Asylwerber umgebaut.

Ihren Protest wollen die Flüchtlinge trotzdem fortsetzen. Am Freitag wurde erneut eine Demo durch die Wiener Innenstadt zum Anhaltezentrum Rossauer Lände abgehalten.

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