Chronik | Wien
14.12.2017

Schwarzenberg-Park: Hightech gegen Lärm und Gestank

Am Montag wird die Betriebsanlagengenehmigung für das Gastroprojekt verhandelt. Dann könnte eine endgültige Entscheidung fallen.

Der kommende Montag ist ein Tag der Entscheidung für das umstrittene Gastro-Projekt „Stöckl im Park“ der „Salm Bräu“-Betreiberfamilie Welledits. Im Beisein betroffener Anrainer wird auf dem Magistratischen Bezirksamt über die Betriebsanlagengenehmigung verhandelt. Werde diese gewährt, sollte dem Baubeginn nichts mehr im Weg stehen, meint Architekt Thomas Hoppe. Die ursprünglich angestrebte Eröffnung im Sommer 2018 dürfte sich aber nicht ausgehen.

Zuvor versuchten Senior-Chef Walter Welledits und Sohn Albert am Donnerstag einmal mehr die Bedenken der Projektgegner zu zerstreuen. Sie legten Journalisten detaillierte Unterlagen zu Schalltechnik, Geruchsemissionen und Baumbestand vor.

Erst am Mittwoch hatte die Initiative Denkmalschutz Bedenken geäußert: Das Bauvorhaben gefährde in seiner Dimensionierung den historischen Garten des Palais Schwarzenberg.

Dem scheinen Bundesdenkmalamt und MA19 (Stadtbild) nicht zuzustimmen. Die Behörden haben keine Einwände gegen den Betrieb mit 608 Außen- und 272 Innenplätzen, in den die Betreiber sechs Millionen Euro investieren. Steht der Park auf Wunsch der Eigentümer doch bereits seit 1964 nicht mehr unter Denkmalschutz. Und selbst im denkmalgeschützten alten Belvedere-Stöckl darf eine Haus-Brauerei errichtet werden.

Walter Welledits betont zudem, dass die Sitzplätze nicht einfach addiert werden könnten, da der Indoor-Bereich im Sommer geschlossen sei. Die verbleibenden 608 Plätze seien nie alle gleichzeitig besetzt.

UV/Ozon-Technik und Noise-Monitoring

Um Kritiker zu beruhigen, kündigt Albert Welledits Hightech-Maßnahmen gegen Lärm- und Gestank an. Letzterer werde durch UV/Ozon-Technik verhindert, „die die Geruchsmoleküle in der Küchenabluft aufbricht und vernichtet“.

Abgesehen davon, dass laut Pachtvertrag Livemusik, Clubbings oder auch Public Viewing ohnehin zu unterlassen seien, leiste man sich freiwillig ein „Noise-Monitoring“: Eine „Schallkamera“ sende ab einem Pegel von etwa 58 Dezibel ein Signal an eine Lärmampel im Lokal. Ab der Stufe Gelb müsse sich das Personal um Beruhigung bemühen. Zudem werden die Daten in eine Cloud hochgeladen, wo sie jederzeit für die Behörden abrufbar seien. Ein "Noise-Mapping" mache Lärm unterscheidbar. "Je nach Frequenzbild können wir Lärmquellen ganz genau identifizieren", erläutert Welledits jun.

Kritik und Gegenkritik

Zum Beschwerdepunkt Verkehr heißt es, das Pkw- und Bus-Aufkommen auf der ohnehin stark befahrenen Prinz-Eugen-Straße werde kaum zunehmen: Laut einem freiwillig vorgelegten Gutachten komme der Großteil der Gäste aus der näheren Umgebung zu Fuß und ein weiterer Gutteil mit den Öffis.

Bäume würden auf dem Gelände nur widerwillig, und wenn, dann im Auftrag des Magistrats, gefällt, versichert Welledits. Sei der Park doch „das Zugpferd“ des Projekts. Für 22 teils aus Sicherheitsgründen zu entfernende Bäume werden 44 neu gepflanzt.

Kritik üben die Betreiber an „etwa 220 Anrainern“, die sich jährlich den Zugang zum Schwarzenberg-Garten erkaufen und zur Wahrung ihrer Exklusivrechte „Unwahrheiten verbreiten“ würden. Diese Gruppe büße durch das künftige Stöckl-Betriebsgelände lediglich 2905 Quadratmeter von insgesamt acht Hektar ein.