Schuldirektion zieht bald in historisches Tröpferlbad

© YF Architekten

Chronik Wien
08/31/2021

Schuldirektion zieht bald in historisches Tröpferlbad

Tröpferlbad in Währing wird Teil der Schule im Ebner-Eschenbach-Park

von Nina Oezelt

Nach einem Gestaltungswettbewerb ist jetzt klar: Die Fassade des alten Tröpferlbades, zwischen AHS Klostergasse und dem Umspannwerk Währing, bleibt erhalten. 19 Millionen Euro werden in das 7.670 Quadratmeter große Objekt investiert. Der neue Bau der Architekten YF und die damit verbundene Schulerweiterung soll im Februar 2023 starten. Derzeit läuft ein Flächenwidmungsverfahren.

Im Vorfeld wurde befürchtet, dass es zum Abriss des alten Brausebades aus der Gründerzeit kommen könnte. Immerhin wurde es 1898 unter Bürgermeister Karl Lueger eröffnet und war bis 2018 in Betrieb. In dem derzeit veröffentlichten Vorschlag ist das Bad aber als Teil des Neubaus integriert.

Ins Erdgeschoß soll die Schuldirektion angesiedelt werden und im Obergeschoß sind Räume für das Lehrpersonal geplant.

Es gibt heute in Wien noch ein reines Brausebad, vier Brausebadabteilungen in Saunabädern (ehem. Volksbäder wie Währinger Bad) und fünf Brauseabteilungen in Hallenbädern.

 

Die Saunabesucher in den vergleichbaren Bädern waren: 

Apostelbad: 2017: 6.249 und 2018. 6.215 BesucherInnen

Einsiedlerbad: 2017: 7.638 BesucherInnen und 2018 Umbau

Hermannbad: 2017: 7.334 und 2018: 7.977 BesucherInnen

Penzinger Bad: 2017: 18.961 und 2018: 19.086 BesucherInnen

In den Brauseabteilungen dieser Bäder waren es rund 1.200 BesucherInnen jährlich.

Nur wenige Tropfen

Für all jene, die in ihren Wohnungen keine Duschen hatten, gab es früher in Wien die Volksbäder und die sogenannten Brausebäder. Man nannte sie Tröpferlbäder: Da so viele Menschen die städtischen Hygiene-Einrichtungen gleichzeitig nutzten, kamen meist nur Tropfen aus den Duschköpfen. An diese Zeit erinnerte etwa auch das ehemalige Volksbad in Währing in der Klostergasse 27. Man konnte dort saunieren für 10,60 bis 13 Euro. Brausen kostete bis zu 2 Euro.

 

2018 beschloss die Stadt jedoch, dass es geschlossen werden muss. Es sei zu unrentabel geworden: 2017 gab es noch 3.911 Saunabesucher und 534 Brausebadbesucher. 2018 waren es nur noch 3.359 Saunabesucher und 453 Brausebadbesucher.

Außerdem brauchte die Schule nebenan, die AHS Klostergasse, mehr Platz. Und es kam zu einem Gebäudetausch: Das Bad wechselte Besitzer – von der Stadt Wien zur Bundesimmobiliengesellschaft (BIG). Außerdem bekam die BIG ein Grundstück in der Kleinen Sperlgasse, mit Aufzahlung, dazu. Die Stadt bekam dafür eine größere Fläche in Aspern. Dort soll eine neue Zentralberufsschule entstehen.

In der Klostergasse ist übrigens über dem Umspannwerk bei der Schule ein Turnsaal geplant (im Bild rechts). „Der soll auch für Vereine geöffnet werden“, sagt Bezirkschefin Silvia Nossek (Grüne). Während des Umbaus übersiedelt die Schule in das ehemalige orthopädische Spital Gersthof. Es wird derzeit für den Schulbetrieb adaptiert.

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