Polizeieinsätze: Die Schönlaterngasse wurde kurzzeitig abgeriegelt, ...

© Verein altes universitätsviertel

Partymeile
10/25/2013

Schlaflose Nächte im alten Universitätsviertel

Nicht erst seit der neuen Bettelalm am Lugeck boomt das Viertel bei jungen Partygästen.

von Elias Natmessnig

Seit 30 Jahren wohnt Linda Lüthi in der Schönlaterngasse. Bei Tag ist es ein verträumtes Gässchen im ersten Bezirk – bei Nacht ist es ein Party-Hotspot. Lokale wie das Wohnzimmer oder das Elysium ziehen seit einigen Jahren Hunderte Jugendliche an.

„Das war einmal ein ruhiges nettes Wohnviertel“, sagt Lüthi. „Aber das ist vorbei.“ Ihre Wohnung liegt über dem Eingang vom Elysium. „Was sich hier jedes Wochenende abspielt, ist ein Wahnsinn. Jugendliche stehen mit Handys und Bierdosen bewaffnet auf der Straße, schreien, trinken und lärmen.“

Skihütten-Schick

Nur wenige Meter weiter in der Sonnenfelsgasse hat kürzlich die Bettelalm eröffnet, ein Partytempel im Skihütten-Schick. „Es ist viel schlimmer als wir es uns vorgestellt haben“, sagt Anrainer Dietmar M. „Das Magistrat und die Betriebe haben immer beschwichtigt. Aber hier wurde massiv gegen die Anrainer des Universitätsviertels entschieden.“

Am Wochenende sei an Schlaf nicht zu denken, sagt M.: „Am Samstag waren 60 bis 70 Personen auf der Straße vor dem Lokal. Die Polizei musste kommen und den Platz davor räumen.“

„Stimmt nicht“, entgegnet eine Sprecherin der Bettelalm. Das Magistrat habe eine Überprüfung angeordnet. Dabei wurde das Lokal geleert, die Besucher mussten auf der Straße warten. Die Polizei habe auf die Sicherheit geachtet. „Der Betreiber hat in seinem Lokal alle Auflagen erfüllt“, bestätigt Dietmar Klose, Leiter des Magistratischen Bezirksamts. „Für die Ruhe auf der Straße ist die Polizei zuständig.“

Die Polizei war am Samstag vor der Bettelalm, allerdings nur wegen einer Lärmbeschwerde um 1 Uhr Früh.

Davor musste die Exekutive in der Schönlaterngasse anrücken: „Große Ansammlung von Menschen vor dem Lokal Elysium um 23:45 Uhr“, steht im Einsatzbericht. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei. Frau Lüthi konnte wieder schlafen, allerdings nur bis halb fünf. Ein schreiendes, schluchzendes Mädchen habe sie aufgeweckt. An deren Worte erinnert sich Lüthi genau: „Scheiß Sex!“

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