Schussattentat, Flughafen Wien

© Gerhard Deutsch

Ostautobahn
07/16/2013

Schießerei beim Flughafen Wien

Ein 49-Jähriger wurde von einem Auto abgedrängt. Er flüchtete verletzt bis zum Flughafen.

von Dominik Schreiber, Michaela Reibenwein, Patrick Wammerl

Szenen wie in einem Mafia-Streifen spielten sich am Montagnachmittag auf der Ostautobahn (A4) in Niederösterreich ab. Ein in Wien lebender Baumeister wurde nahe Fischamend von zwei vermummten Männern in seinem Wagen abgedrängt, auf einem Pannenstreifen gestoppt und eiskalt niedergeschossen. „Du weißt schon, von wem das kommt“, richteten sie dem Opfer aus.

Aaron S., 49 und österreichischer Staatsbürger, konnte sich in seinen Mercedes retten und Richtung Flughafen Schwechat davon rasen.

Oberschenkelschuss

Die Schüsse fielen gegen 15.40 Uhr. Das Opfer war mit seinem am Firmensitz in Bratislava gemeldeten schwarzen Mercedes auf der Ostautobahn unterwegs, als er plötzlich von einem anderen Wagen abgedrängt wurde. Aaron S. dürfte nicht an ein Attentat gedacht haben. Er hielt sein Fahrzeug an. Plötzlich sprangen zwei vermummte Männer aus der Limousine und feuerten auf den Baumeister.

Das Opfer erlitt einen Oberschenkeldurchschuss. Dem 49-Jährigen gelang es dennoch, das Gaspedal durchzutreten und zu flüchten. Schwer verletzt rettete er sich zum Flughafen-Terminal 1A, bremste sich vor einem dort situierten Würstelstand ein und schleppte sich auf den Gehsteig. „Dort gingen gerade zwei Polizisten vorbei“, berichtet der Wurstverkäufer.

Der Angeschossene rief verzweifelt um Hilfe – er drohte zu verbluten. Die von den Polizisten zu Hilfe gerufene Flughafen-Ambulanz kümmerte sich um die Erstversorgung bevor der Verletzte mit dem Notarztwagen ins UKH Wien-Meidling gebracht wurde. Er schwebt offenbar aber nicht in Lebensgefahr.

Großfahndung

„Nach den flüchtigen Tätern wurde eine Großfahndung eingeleitet“, berichtet Oberstleutnant Omar Haijawi-Pirchner von der Schwechater Polizei. Die Verdächtigen sollen mit einer dunklen Limousine, vermutlich einem schwarzen BMW, über die Ostautobahn A 4 in Richtung Grenze geflüchtet sein. Das niederösterreichische Landeskriminalamt hat die Ermittlungen nach dem mysteriösen Schussattentat aufgenommen. Am Abend konnte das Opfer im Krankenhaus zum ersten Mal von Kriminalisten zu dem Zwischenfall befragt werden. Wegen der Gefahr eines Racheakts steht der Mann unter Polizeibewachung. Spezialisten der Tatortgruppe führten die Spurensicherung am Wagen des Baumeisters durch. Vielleicht bringt ein Projektil der Waffe weitere Aufschlüsse.

Ob die Tat mit den beruflichen Aktivitäten von Aaron S. zu tun hat, wird derzeit noch untersucht. Der 49-jährige Unternehmer dürfte geschäftlich sehr umtriebig sein. Er und seine Frau unterhalten mehrere Firmenniederlassungen und Beteiligungen an Unternehmen in Bratislava. Ihren festen Wohnsitz dürfte die Familie aber in Wien haben.

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