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Chronik | Wien
07/09/2019

Rassismus-Vorwurf: Jazz-Star brach Wien-Konzert ab

Kamasi Washington brach sein Konzert in der Arena nach 20 Minuten ab. Sein Vater soll von einem Security geschubst worden sein.

Der Tenorsaxophonist Kamasi Washington aus Los Angeles, der auch schon mit Snoop Dogg tourte oder auf Kendrick Lamars Album "To pimp a butterfly" zu hören ist, trat am Montag mit Band in der Wiener Arena auf. Doch er brach sein Konzert nach nur 20 Minuten ab.

Konzertbesucher - etwa ein Mitarbeiter der Wiener Zeitung - berichten auf Twitter, dass der Vater des Musikers, Rickey Washington, von einem Security zu Boden gestoßen worden sein soll.

Die Band habe die Bühne nach nur einem Song - der Nummer "Truth" - verlassen und ein enttäuschtes Publikum zurückgelassen.

Auf einem Video, das der Schlagzeuger der Band auf Facebook veröffentlichte, ist zu sehen, wie Kamasi Washington den Konzertabbruch erklärte: "Der Security hat gesagt, dass er das gemacht hat, weil sich mein Vater wie ein Arschloch aufgeführt haben soll und mir dabei ins Gesicht gelacht."

 

Der Security-Mitarbeiter erkannte den Vater, der selbst auch in der Band spielt, scheinbar nicht und wollte ihm laut Konzertbesuchern den Einlass verwehren.

Entschuldigung der Arena

Laut einem Sprecher der Arena hätte der Vater keinen Ausweis oder eine Zutrittberechtigung vorweisen können. Er hätte auf den Security "sehr aufbrausend" reagiert und den Mitarbeiter "angeschrien". "Die Situation hat sich bedauerlicherweise hochgeschaukelt und beide Parteien sind unnötig laut geworden."

Niemand sei verletzt oder zu Boden gestürzt, der Security und der Musiker hätten sich nach einem 10-minütigem Streitgespräch gegenseitig angerempelt. Der Security hätte sich außerdem bei dem Musiker entschuldigt und das Gelände verlassen.

"Wir möchten uns aufrichtig für die Vorfälle des gestrigen Abends entschuldigen. Besonders bei den anwesenden Gästen, die um einen Abend voller Freude und Einigkeit gebracht wurden", heißt es in der Stellungnahme der Arena.

Kartenpreis zurückerstattet

Auch der Veranstalter Barracuda Music entschuldigte sich via Twitter: "Wie auch immer es zu den erwähnten Vorkommnissen kam, wir stehen für ein friedliches und respektvolles Miteinander."

Die Konzertbesucher hätten ein Recht auf Rückerstattung des Kartenpreises bei der jeweiligen Vorverkaufststelle.

Rassismus-Vorwurf

In den sozialen Medien wurde der Vorfall als rassistisch motiviert dargestellt.

"Struktureller Rassismus ist ein Problem. In unserer auch erst kürzeren Vergangenheit haben wir uns immer gegen Rassismus, Sexismus und Faschismus gestellt. (...) Dennoch sind auch natürlich wir nicht gegen Vorwürfe, mit rassistischen Motiven zu agieren, gefeit", teilt die Arena mit und kündigt eine interne Aufarbeitung an.

Der gesamte Barumsatz des Abends werde an eine wohltätige Organisation gespendet.