Schon vor 6 Jahren setzt sich Kobald (im Bild mit Mitgliedern der Bürgerinitiative) für den Erhalt des Erholungsgebiets ein.

© Ichner Bernhard

Chronik Wien
10/09/2019

Rätsel um Zukunft des Hietzinger Hörndlwaldes

Bauwerber "pro mente" suchte um Verlängerung des Bestandsvertrags an. ÖVP-Bezirkschefin hofft auf Ablehnung der Stadt.

von Bernhard Ichner

Eine Rückwidmung von Bau- in Grünland fordert Hietzings Bezirkschefin Silke Kobald (ÖVP) für einen Teil des Hörndlwaldes. Das ist zwar nicht neu. Wie berichtet, wollen die Mehrheit in der Bezirksvertretung und eine Bürgerinitiative die Gründe der ehemaligen Franziska-Fast-Anlage sowie des Afritsch-Heims als Naherholungsgebiet erhalten. Nun sieht man dafür aber die perfekte Gelegenheit gekommen.

Ende des Jahres läuft nämlich der Bestandsvertrag der Gesundheitsorganisation „pro mente“ aus, die auf dem Areal eine Rehaklinik für Burn-out-Patienten errichten wollte. Von Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) und der grünen Planungsstadträtin Birgit Hebein wünscht sich Kobald, dass der Vertrag nicht verlängert wird und der Naturraum erhalten bleibt.

Verlängerung beantragt

Zur Vorgeschichte: Wegen massiver Widerstände gegen die Bewilligung (unter anderem führten die Projektgegner die Existenz des streng geschützten Juchtenkäfers auf dem Areal ins Treffen) nahm „pro mente“ 2017 vom Plan Abstand, die Burn-out-Klinik im Hörndlwald zu bauen und zog den Pavillon XIV des ehemaligen Geriatriezentrums Wienerwald als Provisorium in Betracht. Zudem bekam man ein längerfristiges Quartier auf dem Gesundheitsareal Rosenhügel angeboten. Schließlich wurde das Projekt aber zur Gänze verworfen, weil der Auftrag für den Bau der Klinik in einer Ausschreibung an einen niederösterreichischen Mitbewerber gegangen war.

Dennoch suchte „pro mente“ bei der Stadt Wien vor Kurzem um eine Verlängerung des Bestandsvertrags an.

Man werde zwar kein medizinisch-psychologisches Rehazentrum in Wien errichten, erklärt Geschäftsführer Christian Rachbauer. Für den Standort im Hörndlwald gebe es aber andere Überlegungen, etwa eine Nutzung im Gesundheits- oder Sozialbereich.

Grünland als Option

Bis dato habe man seitens der Stadt keinerlei Signale erhalten, erklärt Rachbauer.

Hinter vorgehaltener Hand hört man im Rathaus allerdings, dass eine Verlängerung des Bestandsvertrags nicht sicher sei. Auch eine Umwidmung in Grünland sei eine denkbare Option.

Im Büro von Stadträtin Gaal bestätigt man indes nur, dass der Vertrag mit „pro mente“ am 31. Dezember ausläuft. Es würden Gespräche geführt, Entscheidung sei noch keine gefallen.