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88-Jährige gefesselt und geschlagen: Falsche Installateure vor Gericht

Seit Jahren sind sogenannte „Installateur-Betrüger“ am Werk. In zwei Fällen artete der Betrug in Home Invasions aus. Fünf Beschuldigten wurde nun Prozess gemacht.
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Die 88-jährige Dame aus Langenzersdorf, wird ihr Leben lang an den Folgen der Home Invasion leiden: Kurz vor Weihnachten 2025 verschafften sich zwei als Installateure getarnte Männer Zutritt in ihr Haus. Die betagte Frau wurde mit Kleidungsstücken und Bettlaken gefesselt, geknebelt und geschlagen. Auch das Flehen der Frau, die Täter mögen sie verschonen, sie könnten alles haben, stimmte die Verbrecher nicht gnädig. Neben zahlreichen Prellungen erlitt die Frau auch eine Herzschädigung, musste mehrere Tage auf die Intensivstation und kann seither nicht mehr ohne Unterstützung leben. Beute der Kriminellen: 120 Euro.

Zumindest einer der zwei mutmaßlichen Räuber (ein 19-jähriger Serbe) konnte ausgeforscht und festgenommen werden. Gemeinsam mit vier weiteren Landsleuten muss er sich am Dienstag im Landesgericht für Strafsachen in Wien verantworten. Denn der Überfall bei der alten Dame war nicht der einzige seiner Art. Auch in Wien Rudolfsheim-Fünfhaus wollten Vermummte einen Mann überfallen. Doch hier lief bei Weitem nicht alles wie geschmiert. 

Schon seit Jahren ist die Polizei den sogenannten „Installateur-Betrügern“ auf der Spur. Die Kriminellen treten vor allem in der Ostregion des Landes auf, reden ihren Opfern ein, ein Thermentausch sei unumgänglich und kassieren ohne Leistung ab. Gleichzeitig werden die Häuser und Wohnungen ausgekundschaftet. Entsteht der Eindruck, dass hier mehr zu holen ist, lenkt ein Installateur die betroffene Person ab, die anderen räumen die vier Wände aus. Im Extremfall kommt es allerdings auch zu brutalen Überfällen.

Kriminellen die Tür zugeschlagen

Einen solchen hatte die fünfköpfige (geständige) Tätergruppe anscheinend auch auf einen 46-Jährigen geplant. Nur kurz davor hatte er eine neue Therme bekommen. Doch sie funktionierte nicht einwandfrei. Als er reklamierte, stand ein neuer Installateur vor der Tür - dieser ist allerdings in Wirklichkeit Maler und Anstreicher, hat von Thermen keine Ahnung. „Leider weiß ich nichts davon“, gibt er selbst beim Prozess zu. Dennoch zog er einen Blaumann an und hantierte an der Therme des Wieners. „Er ist ohne Werkzeug gekommen, hat an der Therme herumgefingert“, erinnert sich das Opfer. Zwei Mal, so erinnert sich der Wiener, sei der angebliche Installateur aus der Wohnung gegangen, um Werkzeug bzw. einen Kollegen zu holen. Doch plötzlich standen mehrere Vermummte vor seiner Tür, einer habe mit einer Waffe auf ihn gezielt. „Als sie rein wollten, habe ich die Tür wieder zugemacht“, schildert er. 

Die Richterin will wissen, wieso der Überfall misslang. „Warum kommen die nicht rein?“ - „Wahrscheinlich, weil sie schlecht organisiert waren. Oder schau ich so furchterregend aus?“, antwortet der Mann.

Polizei war vor Ort

Was zu dem Zeitpunkt weder Opfer noch Täter wussten: Die Bande wurde bereits von der Polizei observiert. Allerdings „nur“ wegen der Betrugshandlungen. „Ich war im Stiegenhaus ein Stockwerk höher. Ich konnte zwar nichts sehen, aber zuhören“, schildert ein Ermittler. Von einem Gewaltdelikt sei man allerdings nicht ausgegangen. Die Flucht der Männer war wenig später vorbei, sie wurden im Auto angehalten und festgenommen.

Die Beschuldigten sind im Großen und Ganzen geständig. Ihre Großfamilien sind zur Verhandlung gekommen, um sie zu unterstützen. Selbst Mütter mit Babys im Kinderwagen wollen Zutritt zum Saal. Das lässt die Vorsitzende Richterin nicht zu und schickt sie wieder vor die Tür.

„Wie es der Zufall so möchte“, erklärt der Angeklagte, der mit dem Blaumann den Installateur spielte, „haben wir uns getroffen und hatten bissl Drogen dabei.“ Über einen Landsmann habe man erfahren, dass beim Wiener Opfer Geld zu holen wäre. Warum ausgerechnet er den Installateur spielen sollte? „Ich komme sehr glaubwürdig rüber“, meint der Mann. 

Doch als er in der Wohnung des Mannes gewesen sei, habe er Kameras entdeckt und habe den Plan fallen lassen wollen. „Ich wollte sagen: Gehen wir alle nach Hause.“ Doch stattdessen kamen die Komplizen vor die Wohnungstür.

Warum er sich dafür einspannen ließ? „Ich wollte meine Schulden abbezahlen.“

Angst habe er gehabt, erzählt er im Gericht. Dieses Wort ist in dieser Verhandlung oft zu hören. Nicht von den Opfern. Sondern von sämtlichen Tätern. 

Urteile sollten noch am Dienstag fallen.

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