Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Prozess: 16-Jährige in Wohnung gelockt und vergewaltigt

Die beiden Beschuldigten sollen Handyvideos von ihrer Tat angefertigt haben. Vor Gericht leugnen sie alles.
46-227488937

Es ist ein Fall, der Emotionen hochkochen lässt. Ein 16-jähriges Mädchen soll von zwei jungen Syrern (19 und 21 Jahre alt) in Wien in eine Wohnung gelockt und vergewaltigt worden sein. Die Handyaufnahmen, die dabei gemacht wurden, sollen die Männer dazu genutzt haben, das Mädchen zu erpressen.

Doch laut wird es am Montag im Verhandlungssaal des Landesgerichts, weil eine junge Frau (laut eigenen Angaben die Angehörige eines Angeklagten) keinen Sitzplatz mehr ergattert und von der Vorsitzenden Richterin aufgefordert wird, den Saal zu verlassen. „Jalla!“, schreit sie. „Ich geh nicht raus!“ Als Abschiedsgruß hinterlässt sie ein: „Scheiß Schlampen!“

Die Tat soll sich laut Staatsanwältin im vergangenen Frühsommer ereignet haben. Der Tatzeitpunkt ist unklar - irgendwann zwischen 28. Mai und 20. Juni. Die Anzeige wurde erst Ende Oktober erstattet. „Es hat keine Verletzungen gegeben und die junge Frau war bei keinem Arzt“, moniert ein Verteidiger die Glaubwürdigkeit der Anschuldigungen. Die beiden Angeklagten bestreiten die Vergewaltigung.

Widersprüchliche Aussagen

Das Opfer und der Zweitangeklagte (er kann trotz mehrmaliger Nachfrage seine Adresse nicht nennen, gibt im Zuge der weiteren Befragung mehrere Wiener Bezirke und Straßen an) lernten sich via Snapchat kennen. Auch darüber, wer wen angeschrieben hat, gibt es unterschiedliche Angaben. „Wir waren in einer Beziehung“, behauptet der 21-Jährige. Zwei Mal habe man sich auf einem Bahnhof in Graz getroffen, zwischendurch online Kontakt gehalten. „Ich wollte das beenden.“

Was feststeht ist, dass das Mädchen mit dem Zug nach Wien fuhr und den Angeklagten traf. Wo - auch dazu widerspricht sich der Beschuldigte. Einmal war es im Park, das andere Mal direkt in der Wohnung.

Laut Staatsanwältin wurde das Mädchen gezielt in die Wohnung gelockt. Dort begann sie der Mann auszuziehen. Er war dem Opfer körperlich überlegen. Seine Tat soll er gefilmt haben. Danach kam der 19-jährige Freund des Syrers. Auch er soll das Mädchen vergewaltigt und die Tat mitgefilmt haben. „Wenn du zur Polizei gehst, zeige ich das Video allen“, soll er gedroht haben.

Die junge Frau selbst ist nicht zur Verhandlung gekommen. Ihre kontradiktorische Vernehmung, die bereits im Vorfeld stattgefunden hatte, wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgespielt.

Ein Urteil sollte noch am Montag fallen.

Kommentare