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Nazi-Symbolik im Fußballstadion: „Bin nur Hooligan“

Ein 25-jähriger Maurer, der Mitglied von „Unsterblich Wien“ ist, steht wegen Wiederbetätigung vor Gericht. 20 Monate bedingt; nicht rechtskräftig.
Eine Menschenmenge, vermutlich Fans von Austria Wien, feuern ihr Team an.

Der Geschichtsunterricht hat den 25-Jährigen nie interessiert, sagt er. Speziell die NS-Zeit gar nicht. „Ich bin nur Hooligan“, erklärt der Angeklagte am Donnerstag im Landesgericht für Strafsachen in Wien. Angeklagt ist er wegen Wiederbetätigung.

Der Maurer ist Mitglied von „Unsterblich Wien“. Einer rechtsradikalen Hooligan-Gruppe, die 2013 von ihrem Verein, der Wiener Austria, ausgeschlossen wurde. Der Mann soll mit anderen von 2021 bis 2023 bei Auswärtsspielen seines Vereins eine Kutte mit Nazi-Symbolen getragen haben. Auf der Rückseite der Kutte befand sich ein Totenkopf, der der SS-Division nachempfunden gewesen war. Auf der Vorderseite eine Reichskriegsflagge, das Hakenkreuz war durch das Austria-Logo ersetzt worden. Bei einer Hausdurchsuchung fanden Verfassungsschützer außerdem jede Menge Bierdeckel und Aufkleber mit eindeutigen Symbolen und Slogans (ein Volk, ein Reich, ein Führer). Am Handy des Mannes waren ebenso einschlägige Bilder zu finden. 

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Bild vom Prozess am Donnerstag.

„Nicht schuldig“, sagt der Wiener am Donnerstag dennoch. „Der Angeklagte wird die Aussage verweigern“, erklärt Rechtsanwalt David Jodlbauer anfangs. Der Genannte überlegt es sich aber kurzfristig anders, als ihn der Richter fragt, ob er doch Fragen beantworten will: „Ja, eventuell zu den Bierdeckeln. Das HH ist das Hooligan-H. Das hat nichts mit Hitler zu tun“, meint der Mann. 

Eingefleischter Fußballfan

Er sei immer schon Austria-Fan gewesen, erinnert er sich. 2019 oder 2020 habe er dann auch die Kutte bekommen. „Getragen habe ich die nur bei Auswärtsspielen, im Austria-Stadion ist sie verboten.“ Warum „Unsterblich Wien“ verboten wurde, wird er gefragt. „Wegen NS-Vorwürfen“, weiß er nun doch. „Warum machen Sie da trotzdem mit?“ - „Das interessiert mich null. Ich bin nur Hooligan.“

Ein T-Shirt, das bei ihm gefunden wurde, zeigt einen Weißen Hai, darunter der Spruch „White Power“. „Davon, dass das eine Unterstützung für die Weißen Haie ist, gehe ich jetzt nicht aus“, so der Richter.

Gefunden wurden auch etliche Fotos der Reiseveranstaltungen. Mit Kutten und vermummt - etwa vor dem Lindwurm in Klagenfurt. „Warum vermummt man sich bei so einem Foto?“, will der Richter wissen. - „Dazu kann ich nichts sagen.“ - „Haben Sie etwas Problematisches gemacht und die Vermummung dient dafür, nicht erkannt zu werden?“ 

Die Staatsanwaltschaft schenkt den Erklärungen des Mannes wenig Glauben. „Warum verwendet man das?“, fragt die Anklägerin. „Weil man die NS-Zeit glorifizieren will“, gibt sie selbst die Antwort. 

„Im Zweifel ist er ein Hooligan, der sich mit Rechtsextremen herumgetrieben hat“, sagt Anwalt Jodlbauer. Sein Mandant habe die Kutte bekommen und getragen, aber er müsse nicht wissen, was das für Symbole sind.

Das Geschworenengericht sieht das anders. Der Hooligan wird zu 20 Monaten bedingt verurteilt. Nicht rechtskräftig.

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