Mord im Pensionistenheim: Der Besucher mit den Plastikblumen
Mordprozess Park Residenz Döbling, Angeklagter Yilmaz C., 87-Jährige erstickt
Yilmaz C. kannte die Park Residenz in Wien-Döbling. Schon in der Vergangenheit ging er hier ein und aus. Im Jahr 2016 freundete er sich mit einer betagten Bewohnerin an, brachte sie um 180.000 Euro und wurde deshalb zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Doch am 20. Jänner 2026 führte ihn sein Weg wieder dorthin. Der 61-Jährige brauchte dringend Geld. Wenige Stunden später war die 87-jährige Frau S. tot. Erstickt. In ihrem Mund fanden sich drei Ringe.
Am Donnerstag ist Yilmaz C. wegen Mordes im Landesgericht für Strafsachen in Wien angeklagt. Er soll es gewesen sein, der Frau S. umbrachte. Das bestreitet der mehrfach vorbestrafte Mann.
Dass er im Seniorenheim war, ist allerdings unbestritten. Denn der chronisch Spielsüchtige hatte Schulden. Erneut hatte er Frauen schöne Augen gemacht und ihnen Geld herausgelockt. Doch eine Dame war hartnäckig, forderte ihr Geld immer und immer wieder zurück. Andernfalls, so drohte sie, werde sie ihn anzeigen. „Natürlich hatte ich Angst, wieder ins Gefängnis zu kommen“, sagt der Angeklagte. Er habe sich deshalb ausgerechnet von jener Frau Geld leihen wollen, der er schon einmal 180.000 Euro abgenommen hatte.
Sie trug immer Schmuck
Der Türke kaufte einen Plastikblumenstrauß. „Die anderen Blumen waren zu teuer. Den habe ich billig gekauft um zwei Euro“, schildert er. Damit ging er in die Senioren-Residenz. Doch seine Bekannte traf er dort nicht. Am späten Nachmittag ging er noch einmal hin, fuhr in den zweiten Stock und ging in das Zimmer 218. Dort, wo Frau S. lebte. „Sie war gehbehindert, hatte einen Rollator und trug immer Schmuck“, beschreibt die Staatsanwältin.
Die Tür zu ihrem Zimmer, beteuert der Angeklagte, sei offen gewesen. Er habe gesehen, dass die Frau gestürzt sei. „Ich habe ihr geholfen und sie zum Bett gebracht.“ Am Nachtkasterl seien 300 Euro und Schmuck gelegen. „Ich habe gefragt, ob ich das haben darf. Sie hat gesagt: Nimm's und verschwinde!“ Als er nach den Ringen der Frau fragte, habe sie die Ringe in den Mund gesteckt. Ebenso eine Uhr. „Sie hat schlecht Luft bekommen, ich hab ihr in den Mund gegriffen und die Uhr rausgetan. Sie wollte, dass ich gehe, aber ich hätte doch bleiben sollen.“
Todeszeitpunkt
Um 18.25 Uhr starb Frau S. Das verraten die Daten ihres Herzschrittmachers. Doch der Angeklagte will damit nichts zu tun haben. „Ok, ich bin ein Betrüger und habe Geld gebraucht. Aber ich habe niemanden umgebracht.“
Ein Urteil wurde noch am Donnerstag erwartet.
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