++ ARCHIVBILD ++ WIENER PRATERSTERN: STANGEN-PERGOLA BEI TEGETTHOFF-DENKMAL KOMMT WEG

© APA/HERBERT PFARRHOFER / HERBERT PFARRHOFER

Chronik Wien
08/21/2020

Praterstern: Stangen-Pergola wird abgebaut

Die Arbeiten sollen Ende August beginnen. Es folgt eine umfassende Umgestaltung am "Stern".

PlĂ€ne fĂŒr die Umgestaltung des Wiener Pratersterns gibt es schon lĂ€nger. Nun kommt Bewegung in die Sache. Als erster Schritt wird ab Monatsende die mĂ€chtige Stangenkonstruktion rund um das Tegetthoff-Denkmal entfernt, kĂŒndigte Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger (GrĂŒne) gegenĂŒber der APA an. 2021 soll der Platz dann mit zahlreichen BĂ€umen, einem Wasserspiel und MarktflĂ€chen aufgewertet werden.

Die mehrere Meter hohe Stangen-Pergola war Teil der bis dato letzten Neugestaltung des Areals zwischen Denkmal und BahnhofsgebĂ€ude, die unter FederfĂŒhrung von Architekt Boris Podrecca 2008 realisiert wurde. Sie besteht aus 29 SĂ€ulen und verlĂ€uft im Halbkreis auf einer LĂ€nge von 330 Metern. Lichtenegger war die kĂŒnstliche (Sicht-)Barriere schon lĂ€nger ein Dorn im Auge - nun ist der Abbau fixiert.

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„NĂ€chste Woche beginnen die Vorbereitungsarbeiten u.a. mit der Demontage der Werbetafeln. Am 31. August werden dann Teile der Fahrbahn gesperrt, ein großer Kran kommt und beginnt mit dem Abriss“, berichtet Lichtenegger. Nach zwei Wochen - also Mitte September - soll der Stangen-Wall verschwunden sein. Die großen PflanzenkĂ€fige am Platz selbst sollen ebenfalls verschwinden, wenn auch spĂ€ter. Denn wegen der noch laufenden Baustelle fĂŒr die neue Polizeistation am Praterstern, die vermutlich Anfang kommenden Jahres fertiggestellt ist, sei das jetzt noch nicht möglich.

Die grĂŒne Bezirkschefin sieht die Entfernung der Podrecca-Stelzen jedenfalls als ersten Schritt in Richtung der projektierten Neugestaltung des gesamten Areals. Sie soll 2021 umgesetzt werden. „Die PlĂ€ne dafĂŒr sollen im Herbst prĂ€sentiert werden - ich hoffe, noch vor der Wahl (am 11. Oktober, Anm.). Aber was ich jetzt schon sagen kann ist, dass der gesamte Platz einen GrĂŒnring rundherum, 45 zusĂ€tzliche BĂ€ume, ein Wasserspiel und eine FlĂ€che fĂŒr Markt- und Kulturveranstaltungen bekommt“, kĂŒndigt Lichtenegger an.

"WohlfĂŒhlort" Praterstern

Neben der Verbesserung der Sichtachsen will der Bezirk generell die AufenthaltsqualitĂ€t am - zuweilen als sozialer Brennpunkt in Verruf geratenen - Verkehrsknotenpunkt heben: „Der Praterstern wurde nie als WohlfĂŒhlort wahrgenommen, aber eigentlich ist es ein toller Platz.“ Wie viel das Gesamtprojekt kosten wird, steht laut Vorsteherin noch nicht endgĂŒltig fest.

Abgesehen vom Umbaubeginn des „Stern“ stehen im Bezirk im Vorfeld der Wien-Wahl auch noch eine Reihe weiterer Projekte an. Darunter fĂ€llt die Geschwindigkeitsreduktion in einigen StraßenzĂŒgen. „Die Obere Augartenstraße, die Heinestraße, die MĂŒhlfeldgasse, die Prater-Hauptallee und ein StĂŒck der Vorgartenstraße werden zu Tempo-30-Zonen. Die Beschilderung erfolgt bis Ende September“, stellt Lichtenegger in Aussicht. In nĂ€herer Zukunft wĂŒnscht sie sich sowieso ein flĂ€chendeckendes 30er-Limit fĂŒr den Bezirk - so wie VerkehrsstadtrĂ€tin Birgit Hebein dies fĂŒr die Bezirke 4 bis 9 kĂŒrzlich angekĂŒndigt hat.

Tempo 30 fĂŒr Praterstraße wird geprĂŒft

Apropos Tempo 30: Ein solches ist seit lĂ€ngerem auch fĂŒr die viel befahrene Praterstraße angedacht. Der Antrag des Bezirks befinde sich nach wie vor in der „PrĂŒfphase“ der Behörden, sagt Lichtenegger: „Da muss es noch eine VerkehrszĂ€hlung geben. Diese konnte corona-bedingt bisher nicht stattfinden und wird nun im September erfolgen. Danach wird es ein Ergebnis geben.“

Auch die lange angekĂŒndigten NeugestaltungsplĂ€ne fĂŒr die Praterstraße, um die es zwischen SPÖ und GrĂŒnen auf Bezirksebene immer wieder unfreundliche Auseinandersetzungen gab, lassen weiter auf sich warten. Nun soll es aber tatsĂ€chlich bald soweit sein: „Was das Umgestaltungskonzept anbelangt, sind die Fachabteilungen noch mit kleinen Abstimmungen beschĂ€ftigt. Unser Ziel ist es, die Neugestaltung noch im September zu prĂ€sentieren - im Detail einmal zwischen AspernbrĂŒcke und Nestroyplatz. Das ist der Bereich, der als erster umgebaut werden soll.“

Lichtenegger wĂŒnscht sich, dass Pop-Up-Radwege sollen bleiben

An den PlĂ€nen, stadtauswĂ€rts eine von drei Auto-Fahrspuren zugunsten breiterer Rad- und Fußwege wegzunehmen, hĂ€lt die Bezirkschefin fest: „Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen.“ Der Pop-up-Radweg auf der Praterstraße habe in den vergangenen Monaten gezeigt, dass dies gut funktioniere. Sie wĂŒnscht sich ĂŒbrigens, dass die beiden temporĂ€ren Bike-Lanes - der zweite befindet sich auf der Lassallestraße - weiter bestehen bleiben und nicht wie geplant mit Ende August auslaufen, sagt die GrĂŒn-Politikerin mit Verweis auf die stark gestiegenen Radfahrerzahlen.

FĂŒr die Radler gibt es in der Leopoldstadt aber sowieso Neuigkeiten. Ab Mitte September entsteht in der Scherzgasse und der angrenzenden Castellezgasse bis zur Klanggasse die erste Fahrradstraße des 2. Bezirks. „Das bedeutet, der Radverkehr hat Vorrang, der motorisierte Verkehr darf nur zufahren“, erklĂ€rt die Bezirkschefin.

Dass sie diese Funktion nach der Wien-Wahl weiter innehat, da sei sie „sehr zuversichtlich“, sagt sie: „Aber ich werbe um jede Stimme. Ich weiß, es wird wirklich sehr knapp.“ Bei der Bezirksvertretungswahl 2015 konnte eigentlich die SPÖ die bis dahin rote Leopoldstadt erneut fĂŒr sich entscheiden. Der Urnengang wurde allerdings erfolgreich angefochten und musste 2016 wiederholt werden. Dabei gingen ĂŒberraschend die GrĂŒnen mit Spitzenkandidatin Lichtenegger als Sieger hervor. Sie erreichten 35,3 Prozent - und lagen damit mehr als sieben Prozentpunkte vor der zweiplatzierten SPÖ.

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