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Chronik Wien
03/02/2021

Palais Auersperg: Eine Pleite als unerwartete Chance

Josefstädter Bezirkspolitiker plädieren für Park-Öffnung und öffentliche Nutzung. Kauf durch die Stadt ist aber eher unwahrscheinlich.

von Josef Gebhard, Stefanie Rachbauer, Kid Möchel

Die Zukunft des Palais Auersperg in der Josefstadt wird zum Politikum: Nach der Insolvenz der Eigentümer-Firma bekräftigt nun die stv. Bezirksvorsteherin Veronika Mickel-Göttfert (ÖVP) ihre langjährige Forderung, den 6.000 m² großen Park der Anlage für die Bewohner zu öffnen. Zudem könnten die Räumlichkeiten als Ausweichquartier für das Musische Zentrum genutzt werden. Bezirksvorsteher Martin Fabisch (Grüne) fordert die Stadt auf, das Palais zu kaufen. Er kann sich vorstellen, dass dort etwa ein Frauen- oder Queer-Museum entsteht.

Dass es zum Kauf kommt, ist derzeit aber unwahrscheinlich: "Es fehlen die notwendigen Informationen, um die vorliegende Sache einzuschätzen. Das Konkursverfahren ist nach unserer Information noch nicht abgeschlossen, der Stadt liegt ebenso kein Schätzgutachten vor", sagt ein Sprecher von Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ).

Gutachten vor Verkauf

Zurzeit gehört das Palais der insolventen Auersperg Real Estate GmbH. Insolvenzverwalter Stephan Riel muss vor dem Verkauf noch ein Schätzgutachten einholen. Im Jahr 2014 wurde der Verkehrswert der Liegenschaft mit 9,36 Millionen Euro beziffert. Den Verkaufserlös muss dann das Insolvenzgericht verteilen. Hauptgläubiger ist mit 15,8 Millionen Euro die UniCredit Bank Austria, sie hat ein entsprechendes Pfandrecht im Grundbuch eingetragen. Gegen ein weiteres Millionen-Pfandrecht einer Limited mit Sitz auf der Kanalinsel Jersey hat Riel die Löschung beantragt. Er weist in einem Bericht an das Konkursgericht auch daraufhin, dass gegen den Auersperg-Real-Estate-GmbH-Eigentümer V. und gegen den Ex-Geschäftsführer B. bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ein Strafverfahren anhängig ist.

Das Park des Auersperg ist übrigens nicht der einzige in der Josefstadt, bei dem um einen öffentlichen Zugang gerungen wird. Seit Jahren wünschen sich Anrainer, den Innenhof des Palais Strozzi benützen zu können. Das dort untergebrachte IHS ließ sich bis dato aber nicht überzeugen. Fabisch hat daher schon andere Ideen, um in der dichtverbauten Josefstadt mehr Grünraum zu schaffen. "Denkbar wäre, einige Straßen dem fließenden Verkehr zu entziehen."

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