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Chronik Wien
02/25/2020

Open-Air-Festival "FreudeNOW" im Prater für heuer abgesagt

Die grüne Bezirksvorstehung sieht das Landschaftsschutzgebiet Prater bedroht. Die Veranstalter orten politische Blockaden.

Das Open-Air-Festival "FreudeNOW" hätte eigentlich von 4. Juli bis 24. August im Wiener Prater stattfinden sollen. Jetzt wurde es allerdings abgesagt und vorerst auf 2021 verschoben. Der Grund: Die Bezirksvorstehung des zweiten Bezirks hat keine Zustimmung erteilt. Der Landschaftsschutz im Prater sei in Gefahr. Es brüten unter anderem Vögel in dem Gebiet.

Die Veranstalter halten das für einen Vorwand. Wegen der Bezirksvorstehung sei die Umsetzung der Veranstaltung gescheitert, ließen sie via Presseaussendung verlautbaren. "Jetzt ist aus der Situation eine politische Debatte entstanden, wo niemand weiß, wo das hinführt", sagt Intendant  Ernst Theis. Das Event in der Leopoldstadt sei als umweltfreundliches "Green Event" geplant – so seien auch Schallschutzmauern geplant gewesen, "um nebenan die Pferde in den Stallungen nicht zu belästigen", heißt es zum KURIER.

"Das Festival würde zwei Monate Lärm im Landschaftsschutzgebiet Prater bedeuten, wo Rehe und andere Wildtiere leben. Darüber hinaus fällt es mit der Brutzeit der Vögel zusammen, während der besonders auf Schutz vor Lärm geachtet werden muss“, sagt Bezirksvorsteherin Ursula Lichtenegger (Grüne). Das Labeling als „Green Event" sei nicht nachvollziehbar, heißt es. Von der Planung des Events habe man außerdem erst spät durch die Medien erfahren.

Die Veranstalter wollen jetzt auf Dialog setzen. "Bevorzugter Ort ist nach wie vor die Freudenau", sagt der Intendant. Trotzdem sehen sich die Veranstalter auch nach alternativen Locations für 2021 um. Und wer wisse schon, sagen die Veranstalter, ob nicht die anstehende Wien-Wahl dieses Jahr noch "Veränderung" in die Causa bringen würde.

Noch kein Bewilligungsverfahren

Seitens des Umweltschutzamts (MA22) wurde die Veranstaltung weder bewilligt noch unterbunden. Veranstaltungen im oder am Landschaftsschutzgebiet müssen von der Behörde eigentlich geprüft werden – das ist bisher allerdings noch nicht geschehen. Und zwar nicht deshalb, weil die Behörde nicht wollte, sondern weil von den Veranstaltern noch zu wenig Information eingelangt sei.

"Vor zehn Tagen haben wir von den Veranstaltern die Antwort erhalten, dass sie sich in Kürze bei uns melden", sagt Karin Büchl-Krammerstätter von der MA22. Seither sei nichts geschehen. Von der Absage des Events wusste man im Umweltschutzamt nichts.

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