Chronik | Wien
08.02.2018

"Neues Schweizerhaus": Täglich Party bis um zwei Uhr?

Brisante Änderung der Betriebsgenehmigung für das neue Lokal neben dem Donauturm.

Einen weiteren "Ballermann" und ein "neues Schweizerhaus" befürchten die einen. Die anderen freuen sich hingegen, dass endlich mehr los ist und nach der Copa Cagrana nun auch der Donaupark aufgewertet wird. Selbst innerhalb der Bewohner auf der Donauplatte (neben der UNO-City) gehen die Meinungen über den neuen Biergarten beim Donauturm weit auseinander.

Wie berichtet, werden Plätze für rund 1000 Gäste gebaut. Verärgert sind nicht nur so manche Kleingartenbesitzer, sondern auch in der Donaucity werden Lärmerregungen befürchtet – rund 500 Wohnungen sind Richtung Gastgarten orientiert.

Brisanter Antrag

Piknt ist jedenfalls die geplante Änderung der Betriebsgenehmigung, die dem KURIER vorliegt. Darin ist zu lesen: "Es wird eine haushaltsübliche Musikanlage mit Hintergrundlautstärke in den Gasträumen und den Gastgärten betrieben. Betriebszeiten: Montag bis Sonntag von 10:00 bis 02:00 Uhr, Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 10:00 bis 02:00 Uhr." Es ist also nicht so, dass wie bisher behauptet und vom Bezirksvorsteher versprochen, im Freien nur bis 22 Uhr gefeiert werden soll. Hier bietet sich noch reichlich Konfliktstoff, der Betreiber hatte zuletzt allerdings "ein Einvernehmen mit allen Beteiligten" versprochen.

"Das Projekt ist einfach zu monströs für ein Naherholungsgebiet", sagt die Grüne Bezirks-Klubobfrau Heidi Sequenz. So soll eine 8,4 Meter hohe neue Halle entstehen, dazu ein Gastgarten mit 432 Plätzen. (Zum Vergleich: Das ist etwa ein Viertel des Schweizerhauses im Prater).

Verärgert sind viele Anrainer auch, weil sie bei der Bauverhandlung umgangen wurden – denn als Nachbar gilt nur, wer innerhalb von 20 Metern lebt. Viele meinen, zu spät informiert worden zu sein. Außerdem gebe es derzeit vielleicht 30 Parkplätze, monieren die Bewohner. Sie befürchten, dass Teile des Naherholungsbiets weichen müssen. Denn mit dem Hop-on-Hop-off-Bus alleine werden so viele Menschen nicht anreisen.