Chronik | Wien
07.02.2018

Neue Gastro-Betriebe: Kritik an Donauturm-Ausbau

Anrainer befürchten nächtlichen Lärm und Verkehrschaos.

Schon wieder sorgt ein geplantes Gastro-Großprojekt für heftigen Widerstand der Anrainer. Diesmal geht es um den Ausbau des Donauturms im 22. Bezirk. Wie berichtet, will der neue Eigentümer Blaguss am Fuße des Turms anstatt des bestehenden Lokals das Bierlokal "Donaubräu" mit integriertem "Donaucafé" errichten.

Anwohnern wie Robert Buchacher und Josef Baar vom Kleingartenverein Donaupark behagen diese Pläne nicht. Insgesamt sollen auf dem Gelände 700 Gäste Platz finden – sagen die Projektbefürworter. Doch diese Zahl diene bloß zur Beschwichtigung, kritisieren die Anrainer: "Oben am Turm entstehen nämlich zusätzlich ein Café und eine Eventlocation", erklärt Buchacher. Somit wäre bei voller Auslastung mit bis zu 1000 Gästen am Gelände um und auf dem Turm zu rechnen.

Dass zudem für die Erweiterung des Parkplatzes die Parkanlage verkleinert werden könnte, betrachten die Anrainer bereits als beschlossene Sache. Das werde laut Baar "sicher kommen".

Die Kleingärtner haben deshalb bereits einen Anwalt konsultiert und eine Versammlung abgehalten, im Zuge derer Protest-Aktionen besprochen wurden. "Eine Demo ist da noch das geringste Mittel an Widerstand", sagt Buchacher.

Einer weiter Kritikpunkt: Die Betriebszeit des Lokals ist (für den Indoor-Bereich) bis zwei Uhr Früh geplant. Buchacher fürchtet, dass es dadurch in der Nacht zu einer massiven Verkehrs- und Lärmbelästigung durch heimfahrende Gäste und Mitarbeiter kommen könne. Schon jetzt käme es laut Baar zu Problemen – auch ohne Biergarten. "Die Leute schmeißen dauernd Sachen vom Turm herunter – von Zigarettenstummeln bis hin zu Coladosen."

Scharfe Kritik kommt auch aus dem benachbarten Floridsdorf: Für Bezirksrat Hans Jörg Schimanek (WIFF) sind die 1000 Gäste, die sich künftig gleichzeitig in dem Naherholungsgebiet aufhalten könnten, zu viel: "Das entspricht einem Vielfachen der bisherigen Kapazität."

Verhandlung

Der Donaustädter Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy ( SPÖ) verweist auf die gewerberechtliche Verhandlung kommende Woche: "Dabei werden wir natürlich auch die Interessen der Anrainer berücksichtigen." Für ihn sei wichtig, dass auf alle Fälle die für Gastgärten übliche Sperrstunde um 22 Uhr eingehalten werde.

Die Betreiber zeigen sich gesprächsbereit: "Es ist unser Wunsch, den laufenden Betrieb und auch den notwendigen Umbau in bestem Einvernehmen mit allen Beteiligten und Anrainern zu organisieren", betont ein Sprecher. "Wir sind in Gesprächen mit diesen und wollen den bestmöglichen Weg der Umsetzung des Vorhabens finden."