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Kein Konsens mehr: Neuer Kampf gegen höhere Ortstaxe in Wien

ÖVP und Hoteliers wollen Verhandlungspaket aufschnüren: Die Anhebung auf 8 Prozent ab 2027 gefährde die Destination Wien.
Stephansdom.

Alle müssen mitzahlen – auch die Touristen: Die in Budgetnöten steckende und mit knapp 15 Milliarden Euro verschuldete Stadt Wien möchte die Gäste aus dem In- und Ausland verstärkt zur Kasse bitten.

Allerdings stößt das Rathaus dabei zusehends an Grenzen und auf Probleme: Die geplante Pönale für Tagesgäste, die insbesondere per Schiff und Bus in die Bundeshauptstadt kommen, verzögert sich – respektive bringt weniger ein als erhofft (der KURIER berichtete). Und die geplante Erhöhung der Ortstaxe für Hotel-Gäste stößt von Anfang an auf massiven Widerstand – der nun wieder neu aufflammt.

Zur Erinnerung: Im Zuge der Präsentation des Wiener Sparpakets am 1. September 2025 wurde von SPÖ-Finanzstadträtin Barbara Novak auch eine deutliche Anhebung der Ortstaxe von derzeit 3,2 auf 8,5 Prozent (auf das Beherbergungsentgelt ohne Umsatzsteuer) angekündigt. Und zwar bereits gültig ab 1. Dezember – also mitten im umsatzstärksten Weihnachtsgeschäft.

Die Folge war ein gewaltiger Aufschrei der Branchenvertretung, zumal ein bereits gebuchtes Hotelzimmer nicht nachträglich hätte verteuert werden können und somit die Hoteliers auf der höheren Taxe sitzen geblieben wären.

Der Plan hielt daher nur knapp eine Woche: Nach einem runden Tisch mit Vertretern der Wirtschaftskammer und der Hotelvereinigung (ÖHV) präsentierte Novak ein Stufenmodell für die Ortstaxe: Erst ab 1. Juli 2026 wird diese auf fünf Prozent angehoben, ab 1. Juli 2027 dann auf den Höchstsatz von acht Prozent. Beide Seiten lobten anschließend den erzielten Konsens: Novak sprach von einer „fairen Lösung“, Wiens ÖHV-Chef Alexander Ipp von einer „guten Einigung“.

Allerdings hielt der „Friede“ nicht lange: Denn einen Monat vor der ersten Anhebung der Ortstaxe forderte am Mittwoch die Wiener ÖVP gemeinsam mit Hoteliervertreter Ipp neuerlich Anpassungen, weil die Ortstaxe der Wiener Hotellerie „die Luft zum Atmen“ nähme, wie es hieß.

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Die nicht-amtsführende VP-Stadträtin Kasia Greco.

Drei Kernforderungen

Weshalb ÖVP-Stadträtin Kasia Greco drei Kernforderungen formulierte:

  • Keine Acht-Prozent-Taxe: Die für kommendes Jahr geplante zweite Erhöhung der Ortstaxe von fünf auf acht Prozent müsse abgesagt werden.
  • Einnahmen nur für den Tourismus: Die Einnahmen aus der Ortstaxe sollen nicht ins allgemeine Budget fließen, sondern 1:1 dem Tourismus zugutekommen (etwa für neue Werbeformen im Wien-Tourismus).
  • Ausschilderung der Taxe: Aufgrund bundesgesetzlicher Vorgaben ist die Ortstaxe derzeit im Gesamt-Buchungspreis inkludiert („inklusive Steuern und Gebühren“). Künftig solle es eine Extra-Ausweisung geben.

Hauptforderung ist zweifelsfrei die Rücknahme der achtprozentigen Ortstaxe, die die Hoteliers „massiv unter Druck“ bringe, weil die Mehrkosten nicht an die Gäste weitergegeben werden können, so Greco. „Dieses Geld fehlt dann bei neuen Investitionen in Hotelbetriebe.“ Und da die Branche durch die hohen Lohn- und Energiepreissteigerungen schon massiv belastet sei, werde damit „langfristig die Wettbewerbsfähigkeit unserer Stadt“ gefährdet.

Das unterstrich auch Ipp, der die Wiener Hotelbranche an der europäischen Spitze der Abgabenlast verortet, falls der zweite Ortstaxenschritt realisiert werde. Das könnte beim „sensiblen Pricing“ im Städtetourismus fatale Auswirkungen auf die Destination haben. „Dann ist die Stadt Wien nicht mehr interessant.“ Vor allem werde das Hotelgeschäft zusehends unrentabel – nicht nur für Familienbetriebe, sondern auch für internationale Ketten. „Es ist eine Mär, dass Nächtigungsrekorde die Hotel-Gewinne sprudeln lassen“, so Ipp.

Novak: „Moderat“

Im Büro von Finanzstadträtin Novak verteidigt man weiter den „tragfähiger Kompromiss“ vom Herbst und hält fest, dass Wien „auch bei einer moderaten Anpassung wettbewerbsfähig bleibt“.

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