Eine erste Visualisierung der Shoah-Namensmauer-Gedenkstätte im Ostarrichi-Park.

© "Verein zur Errichtung einer Namensmauern Gedenkstätte für die in der Shoah ermordeten jüdischen Kinder, Frauen und Männer aus Ö

Chronik Wien
06/19/2020

Neue Gedenkstätte in Wien erinnert an 65.000 ermordete Juden

Im Ostarrichi-Park am Alsergrund fällt am Montag der Startschuss für die Errichtung der Shoah-Namensmauer.

von Bernhard Ichner

Zur Erinnerung an rund 65.000 ermordete jüdische Kinder, Frauen und Männer aus Österreich entsteht im Ostarrichi-Park am Alsergrund eine Shoah-Gedenkstätte. Wo jetzt noch ein simpler Bauzaun etwa zwei Drittel der Wiese vor der Nationalbank absperrt, wird Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am kommenden Montag den Startschuss für die Errichtung der elliptischen Namensmauer geben. Sie soll ein Ort der Andacht werden.

Für den Urheber des Projekts – den 1930 in Wien geborenen Holocaust-Überlebenden Kurt Yakov Tutter – war der Weg zur Realisierung lang. Bereits im Jahr 2000 gründete er eine Initiativgruppe, die die Namensmauer-Gedenkstätte verwirklichen sollte. Aus der Gruppierung konstituierte sich 2006 schließlich ein Verein mit demselben Ziel.

Bund bezahlt Großteil

Zu den Unterstützern des Projekts gehört nicht zuletzt der Bund. Schon 2018 entschied der Ministerrat, mit 4,46 Millionen Euro einen Großteil der Gesamtkosten von 5,3 Millionen Euro zu übernehmen. Weitere 600.000 Euro schießen die Bundesländer zu. Und rund 230.000 Euro steuert die Industriellenvereinigung bei.

Es sei von besonderer Bedeutung, „dieses wichtige Erinnerungsprojekt gemeinsam mit der Bundesregierung, den Bundesländern, der Stadt Wien und der Österreichischen Nationalbank unter Schirmherrschaft von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka umsetzen zu können“, heißt es seitens des Gedenkstätte-Vereins. Neben Kurz und Sobotka werden bei der Eröffnung am Montag auch Bundesministerin Karoline Edtstadler, die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler sowie der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Oskar Deutsch, Ansprachen halten.

Zu den Proponenten der Namensmauer im Ostarrichi-Park gehören zudem zahlreiche Prominente aus Politik, Wissenschaft und Kultur. Darunter Ex-Vizekanzler Erhard Busek, Ex-EU-Kommissar Franz Fischler, Schriftsteller Robert Menasse, Historiker Oliver Rathkolb, Quantenphysiker Anton Zeilinger und Grün-Politiker David Ellensohn.

Ostarrichi-Park als optimaler Standort

Der Ostarrichi-Park im 9. Bezirk habe sich aus mehreren Gründen als optimaler Standort herauskristallisiert, erklärt man beim Verein. "Um der Shoah-Namensmauern-Gedenkstätte gerecht zu werden, war es erforderlich, dass diese an einem bedeutenden Ort in der Innenstadt von Wien errichtet werde, wo sie einem breiten Publikum leicht zugänglich ist. Der Ort sollte aber auch die Ruhe vermitteln, die eine Stätte der Andacht benötigt. Diesen wichtigen Erfordernissen entspricht der Ostarrichi-Park auf ausgezeichneter Weise."

Der Ostarrichi Park sei mit Straßenbahn oder U-Bahn leicht erreichbar. Dennoch gebe es um den Park herum relativ wenig Verkehr. Der Ort vermittle daher "die Ruhe, die von Besuchern der Gedenkstätte benötigt und erwartet wird".

Die Lage neben der Universität gebe dem Standort eine weitere, tiefsinnige Bedeutung. "Zahlreiche junge Leute einer neuen Generation gehen dort täglich vorbei. Auf dem Weg werden sie sich bei den Namensmauern aufhalten können, davon viel über die Vergangenheit Österreichs erfahren und über die Zukunft zum Nachdenken angeregt werden."

Exakt so wie auf der Visualisierung über diesem Artikel werde das Projekt zwar nicht aussehen, betont Peter Stadlbauer vom Gedenkstätten-Verein. Dies sei ein alter Entwurf. Es bleibe aber bei der elliptischen Form. Die neuen Pläne werden am Montag bekanntgegeben.

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