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Zigaretten und Geld verweigert: 18-Jähriger stach mit Messer zu

Die Tat ereignete sich tagsüber in einem Park in Wien-Mariahilf. Ein Stich war gefährlich nah an der Schlagader. Fünf Jahre Haft wegen Raubes und schwerer Körperverletzung.
FLAKTURM IM ESTERHAZYPARK

Der 18-Jährige, der am Dienstag wegen Mordversuchs im Landesgericht für Strafsachen in Wien angeklagt ist, schildert seine Stärken: „Ich hab früher Einbrüche gemacht, das kann ich. Aber ich kann nicht einfach einen Menschen ausrauben. Das Herz dafür habe ich nicht.“

Viel schwerer als der Raubvorwurf wiegt allerdings der des Mordversuchs. Am 10. April 2026 soll der junge Iraker im Esterhazypark in Mariahilf zwei junge Männer angesprochen haben. Erst forderte er Geld und Zigaretten. „Komm, gib Geld her, ich möcht nicht Messer holen“, soll er gesagt haben. Dann tastete er laut Staatsanwalt die Opfer ab und griff schließlich doch zum Klappmesser. Ein 16-Jähriger wurde an der Innenseite des Oberschenkels getroffen - die Schlagader wurde nur knapp verfehlt. Daher der Vorwurf des Mordversuchs. Dem zweiten Burschen fügte er zwei Stiche an der Außenseite des Oberschenkels zu.

Therapie abgebrochen

Die Tat geschah am hellichten Tag. Zu einem Zeitpunkt, an dem der Angeklagte gar nicht in diesem Park hätte sein sollen. Denn eigentlich war er gerichtlich dazu verpflichtet, eine Drogentherapie zu machen. Dem war eine Verurteilung wegen Suchmitteldelikten und Einbruchsdiebstählen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren vorangegangen. Der junge Mann hatte Glück, er sollte Therapie statt Strafe absolvieren. Doch die Therapie sagte ihm nicht zu. „Ich wollte in eine andere Einrichtung. Ich habe mich mit den Menschen nicht verstanden.“

Fest steht, dass er zum Zeitpunkt der Tat auf Drogen war. Warum er das Messer dabei hatte? „Dummerweise. Ich weiß gar nicht, warum. Das Messer hat mir gefallen. Aber ich habe nie gedacht, dass ich damit jemanden steche“, erklärt er. 

Der Angeklagte war mit zwei Freunden und einem Mädchen im Park. Man habe Geld wechseln wollen, daher habe er die zwei jungen Männer - es handelt sich um Ukrainer - angesprochen, erzählt er. "Aber sie konnten nicht wechseln. Dann habe ich sie nach einer Zigarette gefragt", so die Version des 18-Jährigen. Als sie auch das verneinten, soll eines der Opfer ein derbes Schimpfwort auf Russisch gesagt haben. 

Russisch spreche er nicht, erklärt er. Das Schimpfwort sei ihm dennoch geläufig. "Was hast du gesagt?", habe er sein Gegenüber zur Rede gestellt. Dann hätte es "Faust auf Kiefer" gegeben. Und rein zufällig habe er daran gedacht, dass er ja das Messer dabei hatte, um sich zu verteidigen." "Das war mein erstes Mal, dass ich wen gestochen habe", erklärt er vor dem Geschworenengericht. "Ich glaube auch mein letztes Mal."

Er habe nicht gezielt zugestochen, beteuert er. Das sieht das 16-jährige Opfer anders. „Ich bin der Meinung, dass er auf meinen Bauch gezielt hat.“ Doch er habe sich rechtzeitig wegdrehen können. Laut Gerichtsmediziner Christian Reiter habe der 16-Jährige großes Glück gehabt.

Zeugen schildern, wie der Angeklagte weglief. „Wie ein Zombie“, beschreibt ein Bursche. Wenig später war die Flucht zu Ende, die Polizei fand den Verdächtigen noch in Tatortnähe. Befragt werden konnte er erst später. In der Polizeiinspektion fiel er in einen tiefen Schlaf, war nicht mehr ansprechbar.

Urteil: Vom Mordversuch wurde der 18-Jährige freigesprochen. Wegen Raubes und schwerer Körperverletzung fasste er aber fünf Jahre Haft aus; rechtskräftig.

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