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Chronik Wien
11/27/2019

Mordalarm in Favoriten: Vier Kinder als Zeugen der Tat

Minderjährige Kinder des Paares haben sich während der Tat in der Wohnung befunden. Eines soll die Polizei verständigt haben.

von Birgit Seiser

Der 62-jährige Mann, der im Verdacht steht, seine 50 Jahre alte Ehefrau in Wien-Favoriten erstochen zu haben, ist bis Donnerstagfrüh noch nicht einvernommen worden. „Er spricht kein Deutsch“, sagte Polizeisprecherin Irina Steirer.

Der Afghane ist seit Februar 2019 in Wien gemeldet, wo er sich zuvor mit seiner Familie aufgehalten hat, ist noch unklar.

Der Verdächtige soll am Mittwochabend gegen 18 Uhr während eines Streits in der Wohnung in der Katharinengasse seine Frau attackiert haben.

Der Mann dürfte schließlich zu einem Messer gegriffen und seine Frau damit verletzt haben. Sie starb kurz darauf an den schweren Verletzungen.

Vier ihrer fünf oder sechs Kinder waren zum Tatzeitpunkt zuhause. Eines davon hat laut der Tageszeitung Heute mit dem Handy die Polizei gerufen. Der 62-Jährige ließ sich danach widerstandslos festnehmen.

Die Kinder des Paares sind vorerst in einer sozialen Einrichtung untergebracht und werden psychologisch betreut.

Mehrere Kinder des Paares waren während des Streits in der Wohnung

Eine Nachbarin erzählt dem KURIER, dass ein Mädchen bei ihr angeklopft hätte und um Hilfe gebeten habe. Das jüngste Kind der Familie soll ein erst 20 Tage alter Säugling sein.

Schwierige Einvernahme

Der Mann wird heute noch von der Mordgruppe des Landeskriminalamts einvernommen werden. „Wir müssen abwarten, wie kooperativ er ist, wenn ein Dolmetscher dabei ist“, sagt Steirer. Der Mann ist - seitdem er in Wien gemeldet ist - polizeilich nicht auffällig gewesen.

Erst kürzlich gab es den Bericht der SOKO Frauenmorde, dabei wurde bekräftigt, dass die meisten Morde in Beziehungen passieren. Die häufigste Tatwaffe ist das Küchenmesser.