© Antonio Šećerović

Chronik Wien
02/23/2022

Schießerei in Wiener Gemeindebau: Mann mehrfach getroffen

Die Polizei fahndet nach dem flüchtigen Täter. Der Tathergang ist noch völlig unklar

von Antonio Šećerović, Dominik Schreiber, Anja Kröll

Was genau in dem Gemeindebau in der Troststraße in Wien-Favoriten am späten Mittwochnachmittag passierte, ist laut Polizei Gegenstand der Ermittlungen.

Als gesichert galten bis Mittwoch spät nachts folgende Fakten:  Gegen 19.15 Uhr ging ein Notruf bei der Polizei ein. „Ein Mann hat darin erklärt, dass sein Freund offensichtlich in einer Wohnung mit einer Gaspistole angeschossen wurde“, erklärt der Sprecher der Wiener Polizei, Markus Dittrich. 

Mehrere Schüsse abgegeben

Wenig später entdeckten die eintreffenden Uniformierten tatsächlich einen schwer verletzten 38-Jährigen. Der Mann soll mehrere Schussverletzungen im Bereich des Oberkörpers aufgewiesen haben. Der Zustand des Patienten: äußerst kritisch. Als kurze Zeit später die Wiener Berufsrettung eintraf, musste das Opfer noch vor Ort reanimiert werden.

Auch auf dem Weg ins Krankenhaus soll sich der Zustand des Patienten weiter verschlechtert haben.  Wer der Täter ist, in welcher Verbindung er mit dem Opfer stand und wie die Tat, in dem Gemeindebau mit 233 Wohnungen, genau vor sich ging, war bis spät in die Nachtstunden Gegenstand der Erhebungen. Das Landeskriminalamt Wien hat die Ermittlungen übernommen.

„Die genauen Tatumstände werden zur Stunde ermittelt“, erklärte auch Polizeisprecher Dittrich. Auf Grund der Schussverletzung gehen die Ermittler derzeit aber davon aus, dass es sich bei der Tatwaffe nicht um eine Gaspistole, sondern um eine „scharfe“ Faustfeuerwaffe gehandelt haben muss. Der Tatort selbst wurde weitläufig abgesperrt. Vor jener Stiege, bei der im zweiten Stock der schwer verletzte Mann aufgefunden worden war, riegelten gleich mehrere Polizisten die Gegend weitläufig ab. Auskunft erteilten sie keine.

Läutete Täter an?

Eine junge Nachbarin, die in unmittelbarer Nähe zur Tatortwohnung wohnte, sagte dem KURIER: „Ich habe von den Schüssen nichts mitbekommen. Bleibe aber nun zu meiner eigenen Sicherheit in meiner Wohnung.“
Eine Vorgehensweise die viele Anrainer in dieser Nacht befolgten. Auf der Straße vor dem Gemeindebau waren nur wenige Jugendliche anzutreffen. Einzig ein Anwohner wollte beobachtet haben, wie ein Unbekannter bei dem 38-Jährigen, der ein türkischstämmiger Wiener sein soll, geläutet und unmittelbar danach die Schüsse abgegeben haben soll. Eine Fahndung verlief vorerst ohne Ergebnis.

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