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Mangelnde Deutschkenntnisse: 15.900 Kinder in Wiener Sommerschule

Im vergangenen Jahr waren es nur knapp 9.000 Schüler. Sommerschule ist heuer erstmals zum Teil verpflichtend.
++ THEMENBILD ++ SOMMERSCHULE

In etwas über zwei Wochen geht die Schule wieder los. Nicht für alle, natürlich. Aber für all jene Schülerinnen und Schüler, die die Sommerschule besuchen – und das sind in Wien heuer viel mehr als noch in den Vorjahren.

Knapp 15.900 Schülerinnen und Schüler sind nach derzeitigem Stand für die Sommerschule – die heuer am 24. August beginnt und zwei Wochen dauert – angemeldet. Zum Vergleich: Im Vorjahr haben nur knapp 9.000 Schülerinnen und Schüler in Wien die Sommerschule absolviert, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern.

Erstmals verpflichtend

Grund dafür, dass sich die Zahl der Schüler heuer so drastisch erhöht hat, ist aber nicht etwa, dass die Deutschkenntnisse der Schülerinnen und Schüler rasant abgenommen haben, sondern dass sich die Rahmenbedingungen verändert haben: Erst vergangenen Jänner wurde im Nationalrat beschlossen, dass Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen die Sommerschule verpflichtend besuchen müssen. Bisher hat das Modell auf Freiwilligkeit beruht.

Konkret heißt das, dass für außerordentliche Schüler, die am ersten Tag des Sommersemesters den Status „unzureichend“ hatten, sowie für jene Schüler, die im Laufe des Sommersemesters mit dem Status „unzureichend“ in den außerordentlichen Status aufgenommen wurden, die Sommerschule heuer erstmals verpflichtend ist, heißt es aus der Bildungsdirektion. In Zahlen ausgedrückt: Von den insgesamt 15.900 Schülern, die heuer die Sommerschule besuchen, sind rund 6.000 außerordentliche Schüler mit dem Status „unzureichend“ – und müssen demnach verpflichtend in die Sommerschule. Der Rest sind Freiwillige. Bis zum Beginn der Sommerschule könne sich die Zahl der angemeldeten Schüler aber noch verändern. Etwa durch Abmeldungen, heißt es aus der Bildungsdirektion.

1.150 Lehrkräfte nötig

Da heuer insgesamt aber deutlich mehr Kinder als noch im vergangenen Jahr die Sommerschule besuchen werden, musste auch die Zahl der Lehrkräfte erhöht werden. Waren 2025 noch 700 Lehrkräfte in der Sommerschule im Einsatz, seien heuer 1.150 Lehrkräfte eingeplant. Und dieses Kontingent stehe bereits: „Es haben sich ausreichend Lehrkräfte, darunter auch pensionierte Lehrpersonen und Studierende, freiwillig für den Einsatz gemeldet“, berichtet eine Sprecherin der Bildungsdirektion. Außerdem sei die durchschnittliche Gruppengröße im vergangenen Jahr kleiner gewesen als heuer.

Zu erwarten ist übrigens, dass die Zahl der Schüler, die die Sommerschule besuchen, im nächsten Jahr noch weiter steigt. Ab 2027 ist der Besuch der Sommerschule auch für außerordentliche Schüler mit dem Status „mangelhaft“ verpflichtend. „Wie stark die Gesamtzahl der Teilnehmenden dadurch steigen wird, lässt sich derzeit noch nicht beziffern“, heißt es aus der Bildungsdirektion.

Kurse für Schuleinsteiger

Die Sommerdeutschkurse für Schuleinsteiger haben übrigens nichts mit diesem Modell zu tun. Sie dienen zur Vorbereitung für den Schuleinstieg. Das Angebot kann freiwillig in Anspruch genommen werden. Knapp 1.700 künftige Wiener Volksschulkinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen haben heuer diese Sommerdeutschkurse besucht.

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