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Zu lange Ferien? Wiener Elternverband will Sommerpause verkürzen

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) erteilt dem Vorschlag jedoch vorerst eine Absage.
Schüler verlassen aufgeregt ein Klassenzimmer mit der Aufschrift „Schöne Ferien!“.

Zusammenfassung

  • Wiener Elternvertretung fordert Verkürzung der Sommerferien auf sechs Wochen und Nutzung der zusätzlichen drei Wochen für alternative Lernangebote.
  • Hauptgründe sind Betreuungsprobleme für Eltern und möglicher Wissensverlust bei Kindern während der langen Ferien.
  • Das Bildungsministerium lehnt eine Kürzung ab und setzt stattdessen auf den Ausbau der Sommerschule.

Sommer, Sonne, Kinderbetreuung – so sehen die neunwöchigen Sommerferien für viele Eltern aus. „Jedes Jahr aufs Neue muss ich mir überlegen, wann ich Urlaub nehmen kann, welches Feriencamp ideal wäre und wer meinen Sohn wann betreuen kann. Familie und Freunde muss ich dafür immer wieder einspannen“, erzählt die alleinerziehende Ida S. Ihr Sohn kommt im September in die vierte Volksschulklasse.

Ähnlich sieht es Daniel W. Für ihn stehen in drei Wochen die ersten großen Sommerferien als Vater eines Schulkindes bevor. „Neun Wochen Sommerferien sind sehr lang. Als Berufstätiger hat man nur fünf oder sechs Wochen Urlaub im Jahr. Ich muss mit meiner Partnerin abstimmen, wer sich wann freinimmt. Gemeinsam auf Urlaub fahren können wir nur eine Woche lang“, so Daniel. „Ohne Feriencamps oder andere Betreuungsangebote würde das für uns nicht funktionieren.“

Wissensverlust und Betreuungsprobleme

So wie Ida und Daniel geht es vielen Eltern, ob alleinerziehend oder nicht. Der Landesverband der Wiener Pflichtschulelternvereine hat am Mittwoch daher gefordert, die Sommerferien auf sechs Wochen zu kürzen. Als Gründe nennt der Verband neben Betreuungsproblemen für Eltern auch mögliche Wissensverluste bei Kindern während der langen Ferienzeit. Dabei verweist er unter anderem auf wissenschaftliche Untersuchungen zu sogenannten Ferieneffekten.

Alternative Sommerschule 

Der Vorschlag des Vereins: eine neue, alternative Sommerschule mit Projekttagen, Schwimm- und Radkursen sowie altersübergreifenden Lerngruppen zum Ausgleich von Defiziten oder zur Förderung von Stärken.

Vorsitzender Georg Brockmeyer stellt sich darunter etwa Grätzl-Erkundungen, Forschungsprojekte oder andere praxisnahe Angebote, für die im regulären Schulalltag oft zu wenig Zeit bleibt. Konkret sollen die zusätzlichen drei Wochen auf Beginn und Ende der Ferien aufgeteilt werden. Regulären Unterricht soll es dabei nicht geben. Stattdessen sollen Angebote stattfinden, die Lernen und Freizeit miteinander verbinden.

Als Vorbild nennt der Verband die Summer City Camps der Stadt Wien. Der Vorschlag verstehe sich als Diskussionsgrundlage. „Wir sind für Gespräche und andere Vorschläge offen“, sagt Vorsitzender Georg Brockmeyer. Ob es tatsächlich zu einer Änderung komme, sei letztlich eine politische Entscheidung. „Wenn etwas passieren soll, muss es österreichweit passieren“, betont Brockmeyer.

Wiederkehr plant keine Kürzung 

Im Bildungsministerium stößt der Vorschlag allerdings auf wenig Zustimmung. „Die Frage nach einer Verkürzung der Sommerferien stellt sich für uns derzeit nicht“, heißt es aus dem Büro von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos)

Stattdessen setze man auf den Ausbau der Sommerschule. Diese soll sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche in den letzten beiden Ferienwochen Lerninhalte auffrischen und mit einem „Startvorteil“ ins neue Schuljahr beginnen können.

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