Chronik | Wien
17.04.2018

Mahrer: "Es ist richtig, Menschen gar nicht herkommen zu lassen"

Im Talk: ÖVP-Polizeisprecher will Drogenhandel mit Veränderungen im Asylrecht bekämpfen.

KURIER: Warum eigentlich braucht Wien einen Sicherheitsombudsmann, wenn Sie als Polizist früher ohnehin dafür sorgten, dass die Stadt sicher ist?

Karl Mahrer: Wien ist trotz vieler Versäumnisse – auch der rot-grünen Stadtregierung – im internationalen Vergleich eine sichere Stadt. Wir müssen dafür sorgen, dass Wien insgesamt sicher bleibt und bestimmte Plätze sicher werden.

Laut Kriminalstatistik geht die Zahl der Verbrechen eher zurück. Stimmt das nicht?

Die Ergebnisse der Statistik sind im Gesamten gesehen positiv. Cyberkriminalität oder bestimmte Bereiche der Gewaltkriminalität steigen. Das Entscheidende ist, dass wir uns nicht nur auf die Zahlen konzentrieren, sondern mit den Menschen reden und Ängste, die sie an bestimmten Plätzen haben, ernst nehmen.

Warum ist es so schwer, beispielsweise den Praterstern sicherer zu machen?

Weil Sicherheit mehr ist als Kriminalitätsbekämpfung. Am Praterstern sehen wir eine Mischung aus Alkoholmissbrauch, Drogenhandel und Bandenkriegen, aber auch aus Verschmutzung und schlechter Gestaltung.

Aber wenn dort mehr Polizisten wären, würden die Drogendealer doch weggehen, oder?

Kontinuierliche und starke Polizeipräsenz ist wichtig, aber sie ist nicht die einzige Lösung. Es muss endlich möglich sein, sich in dieser Stadt zu Ordnung an öffentlichen Plätzen zu bekennen. Und da ist das Thema Alkoholverbot wesentlich. Am Bahnhof Wien Mitte funktioniert das. Der Praterstern ist ein Bereich, wo seit Jahren Entscheidungen der Stadtregierung ausständig sind.

Egal was Sie machen würden, eine Stadt wie Wien wird immer Drogendealer haben. Wie bekommt man dieses Problem in den Griff?

Ein Punkt sind Veränderungen im Asyl- und Migrationsrecht. Der Drogenmarkt in Wien wird hauptsächlich von Algeriern, Marokkanern, Afghanen und Nigerianern betrieben. Wenn man die Nigerianer in Wien überprüft, stellt man fest, dass im Schnitt nur vier Prozent asylberechtigt sind und die Republik große Probleme hat, die anderen zurückzustellen. Es ist richtig, den Weg fortzusetzen, Asylverfahren außerhalb von Europa zu führen und die Menschen erst gar nicht herkommen zu lassen.