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Chronik Wien

Liesing: Mann stirbt als er vor Brand flüchten will

Eine weitere Person schwebt in Lebensgefahr. Der KURIER hat mit dem Bewohner der Brandwohnung gesprochen.

von Markus Strohmayer, Birgit Seiser

12/23/2022, 10:09 AM

Am Freitag um 3.20 Uhr wurde die Wiener Berufsfeuerwehr zu einem Brand in Liesing alarmiert. Als die Einsatzkräfte eintrafen, stand das Wohnhaus bereits in Vollbrand, wie Feuerwehrsprecher Christian Feiler dem KURIER sagt: "Die Eingangstür der betroffenen Wohnung war bereits teilweise verkohlt. Es muss also schon einige Zeit gebrannt haben. Die Familie von Usus K, in der der Brand ausgebrochen war, konnte sich retten, für einen anderen Bewohner, der im Stiegenhaus gefunden wurde, kam leider jede Hilfe zu spät." Das Opfer dürfte auf der Flucht vor den Flammen im Stiegenhaus bewusstlos geworden sein. 

Zweites Opfer in Lebensgefahr

Auch ein weiterer Mann lag beim Eintreffen der Feuerwehr bereits bewusstlos am Boden. Während ihm geholfen werden konnte, schlugen alle Reanimationsversuche bei dem anderen Opfer fehl.

Usus K., der mit seiner Frau und dem 15 Monate alten Baby gerade erst in die Wohnung eingezogen war, schilderte dem KURIER die Flucht: "Ich wollte Weihnachten mit meiner Familie gemeinsam in der neuen Wohnung feiern. Die ist jetzt komplett ausgebrannt. Der Hund hat mich in der Nacht aufgeweckt." Als Usus K. dann Rauch bemerkte, rannte er sofort zum Baby und wickelte es in eine Decke. Gemeinsam mit dem Rest der Familie rannte er dann aus der Brandwohnung. "Ich musste dann aber nochmal rein, um den Schlüssel zu holen, weil Haustor versperrt war." Dabei erlitt Usus K. leichte Verbrennungen an den Händen.

Drei weitere Personen konnten mit einer Drehleiter aus den straßenseitigen Fenstern des ersten und zweiten Stocks gerettet werden. Die Brandursache ist noch unklar. In der betroffenen Wohnung ist laut Feuerwehr alles verbrannt. Die Ursache ist nun Gegenstand von Ermittlungen des Landeskriminalamts Wien. Derzeit wird spekuliert, dass möglicherweise eine defekte Stromleitung Schuld an dem Brand hat.

Feuerwehr warnt vor überstürzter Flucht

„Dieser Vorfall zeigt wieder, wie gefährlich Brandrauch ist: nur zwei, drei Atemzüge, und man ist ohnmächtig, wenige Atemzüge mehr und man kann an den Rauchgasen sterben“, sagt Oberbrandrat Feiler. Er appelliert, bei einem Brand in einem Haus mit mehreren Wohnungen unbedingt in der eigenen Wohnung bleiben, wenn diese vom Brand nicht betroffen ist. Außerdem sollte man in so einem Fall die Türen zum Gang und Badezimmer schließen und bei einem geöffneten Fenster auf sich aufmerksam machen. "Unter keinen Umständen sollte man selbst versuchen, über das verrauchte Stiegenhaus zu flüchten!“ Auch sollte – wenn möglich – die Türe der Brandwohnung geschlossen bleiben, damit das Stiegenhaus möglichst lange rauchfrei bleibt.

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