© Kurier/Gilbert Novy

Chronik Wien
09/22/2020

Kunst am Bau: Werke von Künstler Golif erstmals in Wohnanlage

Zahlreiche Hauswände in Wien sind mit überdimensionalen Gemälden des Künstlers versehen. Nun ist der Tiroler auch in einem Wohnhaus vertreten.

von Laura Schrettl

Mehr als hundert Menschen beziehen heute, Dienstag, ihr neues Zuhause in der Ottilie-Bondy-Promenade in Floridsdorf. 138 geförderte Wohnungen finden in der neuen Anlage der Bau- und Wohngenossenschaft „Wien-Süd“ Platz. Soweit nichts Ungewöhnliches. Doch mitten im Hauseingang ragt ein vier Meter hohes Kunstwerk in die Höhe. 

Unter dem Motto "Kunst am Bau" hat der Urban-Art-Künstler Golif zwei Arbeiten für die neue Wohnanlage gestaltet. Die Figur im Hauseingang steht so präsent im Raum, dass man sie gar nicht übersehen kann. Die zweite Skulptur befindet sich an der Außenwand der Wohnanlage.

Bei den Kunstwerken handelt es sich um Personen, die dabei etwas an den Künstler selbst erinnern. "In jedem Kunstwerk ist auch ein Teil von mir drin", sagt der Tiroler, bei der Enthüllung der Kunstwerke am Freitag. 

„Die Figuren beschäftigen sich mit den Bewohnern selbst. Die Menschen die hier jeden Tag ein- und ausgehen, sollen sich darin selbst wiedererkennen." Seine Gemälde sind größtenteils Personen und erinnern an düstere Figuren in Grafik-Novels. 

Wandgemälde in ganz Wien 

In einem Wohnhaus ist der Künstler damit zum Ersten Mal vertreten. In Wien ist er längst kein Unbekannter mehr. Seine Wandgemälde sind an zahlreichen Hauswänden in der ganzen Stadt zu sehen, etwa am Hernalser Gürtel oder in St. Marx. Ein überdimensionales Gemälde findet sich in Korneuburg auf einem Getreidespeicher. In Neu-Marx hat der Urban-Art-Künstler im Jahr 2006 mit seiner Bodenarbeit "The Observer", das größte Graffiti der Welt geschaffen. 

Speicher in Korneuburg

"Beobachter" in St. Marx 

Hernalser Gürtel 

Anschützgasse/Wienzeile

Naschmarkt

Wer mit offenen Augen durch Wien geht, kommt oft nicht an ihr vorbei: Die Kunst am Bau. Die Tradition den Wiener Gemeindebau mit Kunstwerken zu verschönern geht bereits bis in die 1920er Jahre zurück. 

Tradition wiederbeleben 

Seit den 90er Jahren versucht die Bau- und Wohngenossenschaft „Wien-Süd“ diese Tradition wieder zu beleben. "Wir schauen, dass in jeder neuen Wohnanlage ein Kunstwerk vorkommt", sagt Kurator Gerald Anetzhuber.

In den vergangenen Jahren entstanden dabei rund zehn Projekte in gemeinnützigen Wohnungsanlagen. Unter anderem eine Werkschau von Nina Maron in der Lastenstraße in Liesing, oder ein Bild des russischen Künstlers Valentin Gubarev in den Mautner-Markhof-Gründen, ebenfalls in Liesing. 

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