Chronik | Wien
15.03.2016

Krankenhaus Nord: Heiße Debatten um Baukosten

Forderung von Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres, den Bau zu stoppen, sorgt für Diskussionen.

Seine Forderung sorgte für Diskussionen: Szekeres kritisierte im KURIER-Interview die hohen Baukosten des Spitals. So kostet ein Spitalsbett umgerechnet bereits 1,4 Millionen Euro – bis zu drei Mal mehr als in anderen Spitälern.

"In der jetzigen Phase einen Baustopp auszurufen, zeigt von Unkenntnis des Wiener Spitalskonzepts und der Rolle des Spitals", kontert Sylvia Schwarz, ärztliche Direktorin des Krankenhaus Nord. Das Spital übernehme eine Vorreiterrolle für Wien, auch in der Ärzteausbildung. Dazu werde die modernste Technik verbaut, etwa in den 16 OP-Sälen oder im Notfallzentrum. Schwarz: "Wir sind auf einem guten Weg, ich weiß nicht was Herrn Szekeres treibt, so etwas zu sagen."

Unterstützung kommt von SPÖ-Gemeinderat Kurt Wagner , der die Bewertung des Spitals rein über die Kosten pro Bett kritisiert. "Das ist unseriös, unterschiedliche Spitalsprojekte sind schwer mit einander zu vergleichen. International werden bei Krankenhausprojekten immer Kosten pro Fläche verglichen."

"Finanzdesaster"

Die Opposition sieht das freilich anders: "Wann immer Wien als Bauherr agiert, endet das in einem Finanzdesaster", kritisiert ÖVP-Obmann Gernot Blümel in einer Aussendung. Er fordert daher Konsequenzen: "Auch wenn Stadträtin Wehsely Obergrenzen nicht mag: Es braucht dringend eine Obergrenze für die Kostenüberschreitungen der Stadt Wien." Auch die fehlende Kommunikation mit der Ärztekammer bekrittelt Blümel: "Wehsely ist sichtlich mit ihrem Aufgabengebiet überfordert, wenn sie es als Gesundheitsstadträtin innerhalb eines Jahres nicht einmal schafft, mit dem Chef der Ärztekammer persönlichen Kontakt aufzunehmen."