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Chronik Wien
03/05/2019

Krankenhaus Nord existiert nicht mehr

Umbenennung der städtischen Kliniken soll geplante Strukturreform auch nach außen sichtbar machen

von Josef Gebhard

Spitalserrichtungen, die länger als geplant dauern, haben auch ihr Gutes: Es bleibt länger Zeit, sich über den Namen der neuen Klinik Gedanken zu machen.

Eine solche im 21. Bezirk erhält nun schon den dritten innerhalb weniger Jahre: Geplant und allseits bekannt als Krankenhaus Nord, war für das 800-Betten-Spital zeitweilig der Name Franz-Jonas-Spital im Gespräch. Tatsächlich wird es nun als „Klinik Floridsdorf“ in Betrieb gehen.

Dass damit böse Erinnerungen an die Skandalbaustelle Krankenhaus Nord getilgt werden könnten, ist jedoch höchsten ein erwünschter Nebeneffekt. Vielmehr bekommen ab 1. Jänner 2020 alle Wiener Gemeindespitäler einen neuen Namen, denen eine einheitliche Logik zugrunde liegt.

WiGev statt KAV

Anlass ist die zeitgleich erfolgende Umwandlung des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) in eine Anstalt öffentlichen Rechts, wie Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Dienstag bekannt gab. Der KAV wird künftig WiGev heißen. Die Abkürzung steht für „Wiener Gesundheitsverbund“, womit künftig auch die städtischen Pflegewohnheime mitberücksichtigt sind.

Das System bei der Namensgebung der Spitäler ist denkbar einfach: Auf die Bezeichnung „Klinik“ folgt der betreffende Bezirk. So wird etwa aus dem etwas sperrigen „Sozialmedizinischen Zentrum Süd – Kaiser-Franz-Josef-Spital mit Gottfried v. Preyer’schem Kinderspital“ die „Klinik Favoriten“, aus dem Wilhelminenspital die „Klinik Ottakring“ und aus dem Otto-Wagner-Spital die „Klinik Penzing.

 

Nur das AKH bleibt das AKH. Es wäre ein „Unfug“, die international unter diesem Namen sehr bekannte Klinik umzubenennen, gibt Hacker zu bedenken.

Pflegeheime

Einem ähnlichen Muster wie bei den Spitälern folgt die Namensgebung bei den zehn städtischen Pflegewohnhäusern, nur dass hier auch Grätzelnamen vorkommen (zum Beispiel „Pflege Baumgarten“, „Pflege Innerfavoriten“).

Laut KAV-Generaldirektorin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb seien die neuen, kürzeren Namen leichter verständlich und würden die Orientierung erleichtern. Auch das Erscheinungsbild nach außen (Corporate Design) der Häuser werde vereinheitlicht.

Für Hacker wiederum sei es kein Nachteil, dass „Kaiser, Fürsten und dergleichen“ in den Namen der Spitäler der Vergangenheit anheimfallen würden. Bezeichnungen wie „Klinik Floridsdorf“ seien „cool, klar und präzise“, während Himmelsrichtungen in Spitalsnamen „grundsätzlich nicht sehr prickelnd“ seien, sagt der Stadtrat.

Neue Rechtsform

Wesentlich herausfordernder wird wohl die geplante Umwandlung des Krankenanstaltenverbunds in eine Anstalt öffentlichen Rechts werden, die bereits seit Jahren die Wiener Gesundheitspolitik beschäftigt. Damit soll der Spitalsträger in Finanz- und Personalfragen unabhängiger und somit effizienter werden.

Hacker hatte nach seinem Amtsantritt im Vorjahr den bereits fertigen Gesetzesentwurf noch einmal überarbeiten lassen. „Es ging dabei vor allem um Kürzungen, um die Reduktion auf das Wesentliche“, sagt er.

Derzeit erfolge der justitische Feinschliff. Details dazu sollen noch im ersten Halbjahr 2019 präsentiert werden. Die neue Struktur soll jedenfalls 2020 in Kraft treten.

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