Bayern/ ARCHIV: Ein Arzt misst in einer Arztpraxis in Muenchenfuer eine Fotoillustration den Blutdruck einer Patientin (Foto vom 17.11.09). Die Kassenaerztliche Bundesvereinigung (KBV) hat ueberraschend die Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen abgebrochen. Die KBV habe die Verhandlungen am Montag (03.09.12) nicht wieder aufgenommen, bestaetigte ein Sprecher des GKV-Spitzenverbands der Nachrichtenagentur dapd in Berlin. Kassen und Aerzte sollten im Erweiterten Bewertungsausschuss die Hoehe der Aerztehonorare fuer das kommende Jahr aushandeln. (zu dapd-Text) Foto: Joerg Koch/dapd

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Gesundheit
03/14/2013

Kassa will die Auslastung in Arztpraxen verbessern

Zusätzliche Ärzte-Planstellen für Wien kommen für die Gebietskrankenkasse nicht in Frage.

von Josef Gebhard

Statt mehr Ärzte für Wien zu verlangen, sollen sich die vorhandenen Mediziner besser um die Patienten kümmern. Das richtet die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) der Ärztekammer aus.

Diese hatte in der Vorwoche mit der Forderung nach 300 zusätzliche Planstellen aufhorchen lassen. Diese seien nötig, um die überfüllten Spitalsambulanzen zu entlasten (der KURIER berichtete).

Für die WGKK kommt eine Aufstockung nicht in Frage: „Das würde uns jährlich 120 bis 130 Millionen Euro kosten“, rechnet Obfrau Ingrid Reischl vor. Es gebe ohnehin genügend Ordinationen in Wien: Auf 100.000 Einwohner kämen 92 Vertragsärzte. Kein anderes Bundesland habe eine so hohe Mediziner-Dichte.

Fallzahlen

Und manche der bestehenden Praxen seien laut WGKK alles andere als ausgelastet. So gebe es laut Reischl Allgemeinmediziner, die im Jahr gerade einmal knapp 200 Fälle behandeln, andere wiederum kommen auf mehr als 17.000 (siehe Grafik).

Doch warum kommen manche Ärzte auf so geringe Fallzahlen? „Einige arbeiten hauptberuflich woanders oder behandeln trotz Kassenvertrag hauptsächlich privat“, sagt Ursula Griesser von der WGKK.

Die Kassa will die Kammer dazu bringen, dass betroffene Mediziner ihr Angebot für Versicherte ausbauen. Ein erster Schritt wäre es laut Reischl, dass alle Ärzte auf wöchentliche Öffnungszeiten von mindestens 20 Stunden kommen. Dies ist derzeit nur in den Verträgen vorgeschrieben, die nach 1997 abgeschlossen wurden.

„Die Fallzahlen sind kein Maßstab für die Versorgungsqualität“, weist Johannes Steinhart von der Ärztekammer diese Pläne zurück. So schneide etwa ein Arzt, der viele Drogenkranke behandelt, in der Statistik schlecht ab, weil er viel Zeit für die einzelnen Patienten benötige.

Der Ausbau bestehender Praxen würde der Kassa genauso viel kosten wie das Aufsperren zusätzlicher Ordinationen. „Letzteres hat aber den Vorteil, dass der Weg der Patienten zum Arzt kürzer wird“, sagt Steinhart. Kammerpräsident Thomas Szekeres sieht das ähnlich: „Ohne zusätzliche Ordinationen ist eine Entlastung der Ambulanzen unmöglich.“

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