Junger Mann starb beim Duschen an CO-Vergiftung

Die Illustration zeigt die Zündvorrichtung einer in Betrieb befindlichen Gastherme
Foto: apa

Gleichzeitiger Betrieb von Gastherme und Klimagerät wurde 18-Jährigem zum Verhängnis.

Es war ein Wasserschaden, zu dem die Feuerwehr Donnerstagabend in die Embelgasse in Wien-Margarethen gerufen wurde. Als die Feuerwehrleute die Tür des mutmaßlichen Verursachers aufbrachen, fanden sie im Badezimmer den leblosen Körper eines 18-Jährigen. Daniel G. hatte eine Kohlenmonoxid-Vergiftung erlitten. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Das Wohnhaus musste geräumt werden.

Wasserschaden

foto.jpg Foto: MA 68 Der Abgasschlauch des Klimageräts war am Kamin angeschlossen

„Wir sind auf der Couch vor dem Fernseher gesessen“, erzählt Pia Windisch. „Plötzlich hörten wir es tropfen.“ Das Wasser kam von der Decke. „Mein Freund hat dann an der Wohnung über uns geklopft, aber niemand hat aufgemacht“, schildert die junge Mutter. Sie alarmierte die Feuerwehr.

Als die Einsatzkräfte eintrafen, registrierten ihre Messgeräte einen deutlich erhöhten Kohlenmonoxid-Wert. Sie stiegen über ein Gangfenster in die Wohnung ein und entdeckten den jungen Mann.

Ursache für die Kohlenmonoxid-Vergiftung war ein Unterdruck in der Wohnung, der durch den gleichzeitigen Betrieb einer Gastherme sowie eines transportablen Klimagerätes verursacht wurde. Beide Geräte waren an den Kamin angeschlossen. Durch den Unterdruck konnte das tödliche Gas nicht mehr durch den Kamin abziehen.

co-vergiftung, 18-Jähriger starb durch Kohlenmonox… Foto: Michaela Reibenwein Pia Windisch verständigte die Feuerwehr Die Bewohner mussten in Sicherheit gebracht werden. „Auch bei mir hat die Feuerwehr zu hohe Werte festgestellt. Ich konnte erst gegen 1.30 Uhr in die Wohnung“, schildert Martin Ostermann. Auch Pia Windisch musste aus dem Haus. „Ich hab nur mein Kind geschnappt und in der Wohnung meines Freundes übernachtet.“

Fünf Feuerwehrleute und drei Rettungskräfte wurden zu Untersuchungen ins Spital gebracht.

Hintergrund

Bei großer Hitze müssen Besitzer von Gasthermen besonders vorsichtig sein, weil hohe Außentemperaturen den Abzug der Abgase behindern können. Bei Hitze könne im Fang ein "Luftstoppel" entstehen, der Abzug der Gasthermen funktioniert dann nicht oder nur schlecht, warnt die Wiener Landesinnung der Rauchfangkehrer. "Der Abgaswächter spricht meistens an und moderne Geräte gehen auf Störung", so die Experten. Bei älteren Geräten kommen die Abgase in den Raum zurück. Zu Kohlenmonoxidunfällen (CO-Unfällen) kommt es meist dann, wenn durch nicht gewartete Gasfeuerstätten hohe CO-Konzentrationen entstehen und Abgase in den Raum ausströmen.

Neben verschmutzten Geräten können aber auch zu dichte Räume oder Ablufteinrichtungen wie zB von Klimageräten zu Vergiftungen führen. Feuerstätten brauchen für die Verbrennung ausreichend frische Luft. Entsteht durch mangelnde Belüftung ein Unterdruck, kann sich die Abgasabführung umkehren und in den Raum geleitet werden.

(KURIER) Erstellt am