Premiere der Saison: Die Kirschblüte im Stadtpark ist erblüht. Für ein Foto stellt man sich auch an.

© Kurier/Gerhard Deutsch

Chronik Wien
03/30/2021

Japanische Kirschblüten: Zuckerwatte in der Stadt

In Wien zeigen sich die ersten rosa Kirschblüten. Sie sind eine Foto-Kulisse auf Zeit.

von Nina Oezelt

Im Setagaya-Park in Döbling befindet sich Wiens „Little Japan“ – zumindest aus botanischer Sicht. Hinter dem Bambustor versteckt sich ein Paradies mit Teehaus und Pagode. Im Teich schwimmen Schildkröten und Koi-Karpfen. Der Pfad auf den Hügel symbolisiert den Lebensweg. Ganz oben sitzt Motoko Inoue hinter den ersten blühenden Kirschblüten. Die 58-jährige Fremdenführerin kommt ursprünglich aus Tokio.

Setagaya Park

Setagaya ist ein nobler Wohnort in Japan, ähnlich wie der Schwersternbezirk in Döbling. 1992 wurde der japanische Garten nach den Plänen des japanischen Gartengestalters Ken Nakajima angelegt.

Besucher genießen die Frühlingsboten

Nora Högelsberger und Clemens Hofstädter bewundern die ersten Blüten. 

Die ersten Blüten

Zu Frühlingsbeginn blühen auch die Kirschblüten - von Anfang bis Mitte April. Meist blüht die japanische Zierkirsche (sie ist nicht genießbar) jedoch nur für wenige Tage.

Motoko Inoue

Das berauschende Fest der „Blütenschau“ nennt man in Japan „Hanami“. Man sitzt dann unter den rosa Bäumen, isst und trinkt. In Corona-Zeiten sei das Fest auch in Japan beschränkt, weiß Inoue. Man zelebriere die Blütenschau mit Maske und im Vorbeigehen.

Pagode und Blüte

Die Pagode ist ein Turm mit Vorsprüngen zwischen den einzelnen Etagen.In den Pagoden bewahren Buddhisten Reliquien auf. Das sind Heiligtümer wie zum Beispiel Überreste vom Buddha.

Schildkröten und Kai-Karpfen

Vor dem kleinen Teehaus tummeln sich im Park Schildkröten und Koi-Karpfen.

Die Zierkirsche verwandelt das ganze Land in riesige, rosa Zuckerwatte“, sagt sie. „Sakura“ ist der Name der Kirschblüte auf Japanisch. Sie steht für Schönheit und Aufbruch, aber auch für Vergänglichkeit. Die Blütezeit – Anfang bis Mitte April – ist auf wenige Tage beschränkt: „Die Blüte ist endlich, deshalb ist sie so besonders“, sagt Inoue.

  • Stadtpark: Neben dem Eingang des Maks (1., Parkring 1)
  • Friedenspagode Wien (2.,Hafenzufahrtsstraße F)
  • Mexikoplatz (2., vor dem Eingang der Kirche)
  • Hainburger Weg (3., Hainburger Weg)
  • Setagaya Park (19., Gallmayergasse 4)
  • Sollingergasse (19., Sollingergasse)
  • Tora-San Park (21., Broßmannplatz)
  • Donauinsel (21., Neben Jedleseerbrücke)
  • Im Donaupark: Kirschblütelallee (22., Donaupark)
  • Kirschblütenpark (22., Attemsgasse 23)

Neu gepflanzt:

  • Weißenthurngasse (12, Allee der Weißenthurngasse)

In Wien sind die ersten rosa Blüten schon aufgesprungen, in den nächsten Tagen werden sie laut Gartenbauingenieur Joachim Chen von den Stadtgärten in Vollblüte treten. „Bei kühleren Temperaturen blühen sie auch zwei Wochen“, sagt Chen. „Aber meist ist es eine kurze Angelegenheit“ – von drei bis vier Tagen (siehe Faktenleiste).

1.000 Zierkirschen gibt es in Wien. Sie kommen aber nicht aus Japan, sondern aus österreichischen Baumschulen

3–4 Blütetage sind zu erwarten. Je nach Temperatur können es maximal 14 Tage sein

Kirschblütenfest auf der Donauinsel Jedes Jahr findet ein Kirschenhainfest auf der Donauinsel statt. Zum zweiten Mal in Folge muss es wegen Corona abgesagt werden.Das Fest wird von der Bezirksvorstehung Floridsdorf, der japanischen Botschaft und der MA 49 organisiert.

 

Die japanischen Zierkirschen blühen in Wien erst seit 1996: Damals wurden 1.000 (österreichische) Kirschbäume gesetzt – ein Geschenke der acht japanischen Partnerbezirke Wiens. Wien hat nämlich – wie Tokio – 23 Bezirke. Setagaya – nach dem der eingangs erwähnte Park benannt ist – ist etwa Schwesterbezirk von Döbling. Eingefädelt hat diese Partnerschaft damals Bürgermeister Helmut Zilk.

Selfie-Hotspot

Gegenüber des Eingangs des MAK (Museum für angewandte Kunst) steht die große bereits erblühte japanische Zierkirsche.

Blüte

Die Blütezeit ist der April - je nach Wetter kann das früher oder später sein.

Kostenpunkt

So ein Baum kostet laut Wiener Stadtgarten 200 Euro.

Geknüpfte Bänder

Auf den Bäumen findet man auch geknüpfte Bänder. Dieser Brauch könnte aus China oder Bulgarien kommen und soll Glück bringen.

Stadtpark

Die japanische Ziehkirsche im Stadtpark hat sich als Sehenswürdigkeit und Foto-Highlight der Stadt entwickelt.

Posen vor dem Baum

Alljährlich werden die Kirschbäume in Wien zu Foto-Kulisse und Selfie-Spot. Kirschblüten-Pilger klappern jene Orte ab, an denen die Blütenpracht besonders ins Auge sticht. Etwa im Kirschblütenpark im 22. Bezirk, am Hainburgerweg im 3. Bezirk oder im Stadtpark.

Dort, beim Eingang gegenüber dem MAK (Museum für angewandte Kunst), ist der Kirschbaum bereits jetzt ein richtiges Spektakel. Eltern fotografieren ihre Kinder, Jugendliche machen Selfies, Radfahrer zücken das Handy.

Im Setagaya-Park ist es hingegen ruhig. Noch.

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