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© Antonio Šećerović

Chronik Wien
10/28/2021

Irakischer Flüchtling hielt Messerangreifer fest

Nach der Messerattacke in Brigittenau half der Mann den alarmierten Polizisten.

von Antonio Šećerović

Ein Mann mit Sonnenbrille steht mitten auf der Straße. Vor ihm zwei Polizisten. Die Situation ist angespannt. Gerade erst wurden mehrere Menschen verletzt. Dann nähert sich ein Mann dem Angreifer von hinten, umfasst ihn mit beiden Armen und überwältigt ihn. Wegen seiner Aktion  wird der Iraker Mustafa Aldoree im Netz gefeiert. Der KURIER traf ihn.

Vier Menschen verletzt

Der Vorfall ereignete sich am Nationalfeiertag. Ein 35-jähriger Österreicher soll in ein Restaurant in der Klosterneuburger Straße in Brigittenau gegangen sein und dort ein Messer genommen haben. Die Gäste flüchteten auf die Straße, der 35-Jährige dürfte ihnen gefolgt sein. Er soll  laut Polizei wahllos auf vier Personen eingestochen haben.  
Das war der Zeitpunkt, zu dem der 36-jährige Aldoree ins Spiel kam. Er war mit einem Freund spazieren und sah zwei Personen auf dem Boden, die um Hilfe schrien. Die Männer eilten sofort zu den Opfern. Der Kollege verständigte die Polizei, Aldoree suchte nach dem Täter.

Was dann geschah, wurde auf einem Video festgehalten: Zu sehen ist erst ein Mann mit  Schnittverletzung am Hals. Dann schwenkt die Kamera zu dem mutmaßlichen Täter, der vor zwei Polizisten steht. 

Der Iraker beobachtet die Situation: „Ich bin mit langsamen Schritten in seine Richtung gegangen. Dann habe ich nach ihm gegriffen und er war auf dem Boden.“ Unmittelbar danach konnte der Mann von der Polizei festgenommen werden. 

Auf die Frage, warum er das getan hat, erwidert Aldoree verwundert: „Warum nicht? Ich komme ja aus dem Irak, für mich ist das normal. Die Beamten waren gelb im Gesicht wie eine Zitrone, ich musste was machen.“ 

Dankbar

Aldoree kam 2015 als Flüchtling nach Österreich. Er sei  dem Land sehr dankbar, dass ihm, seiner Frau und den beiden Kindern so geholfen wurde, betont er. 
Die Polizei sieht die Aktion des Mannes mit gemischten Gefühlen: „In diesem Fall ist zwar alles gut gegangen. Aber was, wenn die Überwältigung missglückt... Es ist immer möglich, dass der Angreifer auch den Passanten attackiert“, sagt ein Sprecher. Die Polizisten seien für derartige Situationen ausgebildet.

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