Chronik | Wien
09.01.2018

Im Spital getötetes Kind: Weitere Festnahme

Der Großvater wurde wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs an der vierjährigen Schwester in U-Haft genommen. Dieser weist sämtliche Anschuldigungen zurück.

Im Fall des in einem Wiener Spital getöteten Babys ist es am Wochenende zu einer weiteren Festnahme gekommen. Der Großvater des Buben wurde wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs an der vierjährigen Schwester des Kindes in Haft genommen, bestätigte die Staatsanwaltschaft einen Krone-Bericht. Darin dürfte das Motiv für die Tat der Mutter liegen.

Laut Krone soll es an den Weihnachtsfeiertagen zu den Übergriffen an dem Mädchen gekommen sein. Der Mann, ein ehemaliger hoher Beamter im Ministerium, soll die Vierjährige missbraucht haben. Staatsanwaltschafssprecherin Nina Bussek wollte auf Nachfrage der APA mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine weiteren Details nennen.

Als der Missbrauch aufflog, wurde das Mädchen gemeinsam mit seinem Bruder, dem Säugling, und der Mutter in ein Wiener Spital gebracht. Dort soll die zweifache Mutter aus Verzweiflung am vergangenen Mittwoch den Buben getötet und einen Selbstmordversuch unternommen haben. Das Mädchen blieb unverletzt. Am Montag wurde gegen Großvater die U-Haft verhängt.

Großvater weist Anschuldigungen zurück

Dieser hat die gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen zurückgewiesen, wie sein Anwalt Rudolf Mayer auf APA-Anfrage bekannt gab. Der Pensionist, der als hochrangiger Diplomat tätig war, sitzt seit Sonntag in U-Haft. Bei der Haftverhandlung habe sich der Mann "fassungslos" ob der Aussagen des Kindes gezeigt, so Mayer.

Der unbescholtene Pensionist verstehe nicht, dass die Vierjährige diese Anschuldigungen gemacht habe, so Mayer. Es sei nie etwas dergleichen vorgefallen. "Zur Festnahme reichten die Aussagen des Kindes, auch ohne Sachbeweis", sagte der Verteidiger.

Der Missbrauch soll bei einem Familienbesuch, der zu Weihnachten in der Wohnung des Großvaters in Niederösterreich stattgefunden hat, passiert sein. Danach alarmierte die 37-jährige Mutter die Behörden. Sie kam gemeinsam mit ihren Kindern ins Spital. Dort soll sie dann den acht Monate alten Säugling getötet haben.

Nachdem der Pensionist eine Aussage bei der Polizei gemacht hat, wurde er in Haft genommen. Nun wird laut Mayer in den kommenden Wochen die Vierjährige kontradiktorisch einvernommen.