Chronik | Wien
06.01.2018

Mutter soll Baby in Wiener Spital erstickt haben

Die 37-Jährige ist offenbar psychisch krank. Nach einem Selbstmordversuch wurde sie festgenommen und in eine geschlossene Abteilung eingewiesen.

Offenbar aufgrund psychischer Probleme hat eine 37-Jährige am Mittwoch ihr acht Monate altes Baby in einem Wiener Spital erstickt. Anschließend unternahm die Frau einen Selbstmordversuch, wurde festgenommen und in eine geschlossene psychiatrische Abteilung eingeliefert, berichtete die Polizei am Samstag.

Die Frau und das Kleinkind waren stationär im Spital aufgenommen worden. Dies stand jedoch nicht mit psychischen Problemen der Österreicherin in Zusammenhang, sondern mit einer körperlichen Krankheit.Am Mittwoch entdeckte eine Spitalsmitarbeiterin zunächst, dass das Baby alleine war. Bei einer genaueren Untersuchung stellte sich heraus, dass der Bub tot war, worauf der Vater verständigt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht offensichtlich, dass das Kleinkind in den Morgenstunden getötet worden war.

Mutter gefunden

Die 37-Jährige wurde unmittelbar danach noch am Gelände oder im Nahbereich des Krankenhauses gefunden. Sie hatte versucht, sich das Leben zu nehmen. Die Rettung brachte die Frau in ein anderes Spital. Erst danach wurde der Zusammenhang klar.

Eine Obduktion des Buben klärte nun die Todesursache zweifelsfrei, nämlich Ersticken. Daraufhin wurde U-Haft verhängt und die 37-Jährige, die bisher nicht polizeilich auffällig gewesen war, in eine geschlossene psychiatrische Abteilung eingeliefert.

U-Haft verhängt

Nina Bussek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, verwies gegenüber der APA auf das laufende, noch am Anfang stehende Ermittlungsverfahren, weshalb sie keine Auskunft geben dürfe. Dieses sei im Gegensatz zum Hauptverfahren "nicht öffentlich". Es sei U-Haft verhängt worden, die erste Prüfung werde in 14 Tagen stattfinden. Auch Christoph Mierau, Sprecher des Krankenanstaltenverbunds (KAV), verwies aufgrund der umfangreichen laufenden Ermittlungen darauf, keinerlei Informationen geben zu dürfen.

Im Dunklen dürfte laut Medienberichten wohl das Motiv für jene Bluttat bleiben, bei der am Mittwoch in der Leopoldstadt drei Menschen ums Leben gekommen sind. Laut Obduktion hat ein 41-Jähriger seine Ehefrau (45) mit sieben Messerstichen getötet, seine zehnjährige Tochter stranguliert und anschließend mit einem Sprung aus dem Fenster Selbstmord begangen. Da sich auch Angehörige die Tat nicht erklären können, dürften auch hier psychische Probleme als Auslöser infrage kommen.