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Chronik Wien
01/19/2019

Hofreitschule: So verteidigt der Aufsichtsrat Klimas Bestellung

Johann Marihart, Vorsitzender des Aufsichtsrats, versteht die Aufregung um die neue Chefin nicht.

Johann Marihart, Aufsichtsratsvorsitzender der Spanischen Hofreitschule, lässt die Empörung über Sonja Klima als neue Chefin unbeeindruckt. Er wird kommende Woche die Gespräche mit dem Personalausschuss fortsetzen, berichtet er im KURIER-Gespräch. Und er ist zuversichtlich, dass die Vertragsverhandlungen mit Sonja Klima in zwei, spätestens drei Wochen abgeschlossen seien.

Wie berichtet, haben am Freitag sowohl der vierköpfige Fachbeirat als auch Aufsichtsratmitglied Martin Bartenstein verkündet, ihre Ämter zurückzulegen.

„Langfristiger Schaden“

„Mit Sonja Klima wurde nun eine politische Entscheidung getroffen, die bereits zu zahlreichen kritischen Stellungnahmen im In- und Ausland geführt hat. Hier wird einer international einzigartigen Institution ein langfristiger Schaden zugefügt“, ließen die Fachbeiratsmitglieder – darunter der Tiroler Pferdesportverband-Präsident Klaus Halm oder Dressur-Olympiasiegerin Elisabeth Max-Theurer – in einem Brief an das Landwirtschaftsministerium wissen.

Insider sprachen von Klimas guten Kontakten zu Philippa Strache, Ehefrau des Vizekanzlers und FPÖ-Zuständige für Tierschutz, oder auch zu Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Vertraute von Klima wiesen das zurück.

Johann Marihart kann die Aufregung nicht nachvollziehen: „Sonja Klima bringt auf Marketing- und Verkaufsseite mit, was wir durch den Abgang von Frau Gürtler (Elisabeth Gürtler war von 2007 bis 2018 Leiterin der Hofreitschule, Anm.) verloren haben.“

Kritiker dieser Entscheidung sprechen sich für Bereiter Herwig Radnetter als neuen Chef aus. Er war neben Ulla Weigerstorfer der dritte Kandidat. Radnetter arbeitet seit 42 Jahren in der Hofreitschule und ist seit 2012 Leiter der Reitbahn. Er hätte die notwendige fachliche Expertise.

Diese Expertise werde auch nicht verloren gehen, sagt Marihart. „Radnetter bleibt Reitbahn-Leiter.“ Klima habe in dem 45-minütigen Gespräch, das mit jedem der drei Kandidaten geführt wurde, einfach überzeugt. In der anschließenden geheimen Abstimmung habe sich eine überwiegende Mehrheit der sechs Aufsichtsräte für die 55-Jährige entschieden.

Sonja Klima hat am Freitag bereits ihr Amt als Präsidentin der Ronald-McDonald-Kinderhilfe Österreich zurückgelegt. Sie bleibt der Organisation als Aufsichtsrätin erhalten.

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