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Bis zu 39 Grad im Spitalszimmer: „Meine Mama kann dort nicht bleiben“

Eine Wienerin erzählt, dass sie ihre 93-jährige Mutter von der Klinik Ottakring in ein anderes Krankenhaus verlegen ließ. Der Gesundheitsverbund trifft Maßnahmen.
Die Notaufnahme eines Wiener Krankenhauses

Drückende Hitze. Patienten, die aufgrund der hohen Temperaturen nicht abfiebern können. Und Mitarbeiter, deren Konzentration ebenfalls unter der Rekordhitze leidet: Erst vor wenigen Tagen berichtete der KURIER, wie sehr die Rekordhitze die Spitäler trifft.

Eine Wienerin meldete sich nun beim KURIER und berichtete, dass ihre 93-jährige Mutter in der Klinik Ottakring in einem Zimmer mit extrem hoher Raumtemperatur untergebracht war – bis zu 39 Grad sollen gemessen worden sein. „Meine Mutter musste ins Spital, da sie aufgrund eines Infekts nicht schlucken konnte“, erzählt Claudia Heinisch. Die 93-Jährige wurde in die Klinik Ottakring eingeliefert, dort von „sehr verständigen Ärzten“ betreut und im Pavillon 29 untergebracht.

„So heiß, dass mir schwummrig wurde“

„Am 2. August war ich meine Mutter für eineinhalb Stunden besuchen. Im Zimmer war es so heiß, dass mir schwummrig wurde“, beschreibt Heinisch. Die folgende Nacht habe sie vor Sorge schlaflos verbracht: „Ich hab’ mir gesagt, dass meine Mama dort nicht bleiben kann.“ Heinisch meldete sich bei der Ombudsstelle des Spitals, wo sie erfuhr, dass in den Zimmern bereits 39 Grad gemessen worden seien. „Das ist ein Wahnsinn, dort liegen ja alte und kranke Menschen“, so Heinisch.

Sie habe sich am 4. August per eMail an die Leitung des Krankenhauses gewandt und um eine Lösung gebeten – aber keine Antwort erhalten. Daher organisierte Heinisch selbst, dass ihre Mutter in ein anderes Spital verlegt wurde. 

Ihre Mutter, die an Demenz leidet, hätte sich darum nicht selbst kümmern können. „Was machen Menschen, die keine Angehörigen haben?“, gibt Heinisch zu bedenken. Daher wolle sie auf das Thema aufmerksam machen.

Vonseiten des Wiener Gesundheitsverbundes (Wigev) bedauert man den Vorfall und betont, Patienten nach Möglichkeit in kühleren Bereichen unterzubringen. Die Klinik Ottakring sei ein Standort mit rund 80 historischen Pavillons, nicht alle seien klimatisiert. „Die Temperaturen sind auf die baulichen Gegebenheiten älterer Gebäude und die anhaltende Hitze zurückzuführen“, so eine Wigev-Sprecherin.

„Wir rüsten nach, wor wir können“

Drei Standorte des Wiener Gesundheitsverbundes (das AKH sowie die Kliniken Floridsdorf und Landstraße) seien komplett gekühlt. Bei den weiteren Standorten habe man Maßnahmen getroffen: etwa die Verteilung von Kühlhandtüchern und Wasser, den Einsatz von Ventilatoren und Kühlgeräten oder die Verlagerung von Betten. „Wir rüsten nach, wo wir können“, betont die Sprecherin. „Wichtig ist, dass sich niemand fürchten muss, ins Spital zu kommen. Jeder wird bestmöglich versorgt.“

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