Chronik | Wien 11.04.2018

Hietzinger U4: Sechs Stationen und zwei WCs

U-Bahn-Station Hütteldorf © Bild: APA/HELMUT FOHRINGER

Bezirksvorstehung kritisiert Reduktion von WC-Anlagen. Klo-Konzept sei mit Bezirken abgestimmt, sagen Wiener Linien

Zwei statt bisher sechs WC-Anlagen soll es künftig an der U4 zwischen der Endhaltestelle Hütteldorf und Schönbrunn geben. Das neue Klo-Konzept der Wiener Linien sieht je ein stilles Örtchen in den Stationen Hütteldorf und Hietzing vor - sehr zum Ärger der Hietzinger Bezirksvorstehung.

„Was schon Otto Wagner für die Stadtbahn vorgesehen hat, sollte auch für die modernen Wiener Linien Verpflichtung sein. Daher fordern wir Gratis-WCs verpflichtend für jede U-Bahn-Station“, sagt Bezirksvorsteherin Silke Kobald (ÖVP). 

Auch ihr Stellvertreter Christian Gerzabek übt Kritik: „Was zum Beispiel für jedes Kaufhaus oder jeden Gastronomie-Betrieb selbstverständliche Verpflichtung ist, soll für die Wiener Linien nicht gelten. So gibt es in den neuen Stationen der U1 noch kein einziges WC, weil laut Wiener Linien noch kein Betreiber dafür gefunden werde konnte, anstatt diese selbst zu betreiben.“

Bezirksvorsteherin Silke Kobald und ihr Vize Christian Gerzabek (beide ÖVP) © Bild: BV Hietzing

Derzeit gibt es im Wiener U-Bahn-Netz 54 WC-Anlagen. Diese stammen teilweise noch aus den 70er-Jahren. Das neue Klo-Konzept sieht nur 31 Anlagen vor, die gegen eine Gebühr  von 50 Cent genutzt werden können. Sechs hochfrequentierte Stationen, wie etwa am Stephansplatz oder am Volktheater, sollen von Wartungspersonal betreut werden. Für die restlichen 25 Standorte sind selbstreinigende Kabinen aus Edelstahl vorgesehen – unter anderem in der Station Altes Landgut, wodurch die U1-Verlängerung nach Oberlaa mit einem WC ausgestattet wird.

Viele der bestehenden WCs können nicht genutzt werden, da sie - etwa wegen Vandalismus - geschlossen waren, sagt ein Sprecher der Wiener Linien. Künftig würden die Fahrgäste zwar weniger Klos vorfinden, diese allerdings „in einer Qualität, sodass man sie auch benutzen kann und will.“ Das neue Konzept sei in enger Abstimmung mit den Bezirken ausgearbeitet worden, betont er. Wo Toiletten aufgelassen werden, würden sich öffentliche WCs ganz in der Nähe befinden.

Ein Betreiber für die neuen Klos wurde erstmals im Sommer 2017 gesucht – wobei dieser sowohl die Anlagen mit, als auch jene ohne Personal übernehmen sollte.  Ein geeigneter Anbieter wurde aber nicht gefunden. Daher schrieben die Wiener Linien dieser Tage die Aufträge getrennt aus. Bis Herbst soll ein Betreiber gefunden werden und der Baustart erfolgen. Kosten soll die WC-Erneuerung rund fünf Millionen Euro.

( kurier.at , rach ) Erstellt am 11.04.2018